Drei Punkte sollten es werden, am Ende blieb nicht mal einer. Nach der 1:2-(0:1)-Niederlage bei Fortuna Magdeburg gab es frustrierte Gesichter in den Reihen von Germania Güsen. Der Aufsteiger aus dem Jerichower Land rutschte am 9. Spieltag der Fußball-Landesklasse II auf einen Abstiegsplatz.

Magdeburg l Vier, fünf Zentimeter fehlten und Philipp Hirsch hätte sich wenige Augenblicke später in einer Jubeltraube wiedergefunden. Der 28-Jährige tauchte ins richtige Eck, war mit den Fingern am Ball, doch der Strafstoß von Denis Huth in der allerletzten Minute des Spiels war zu platziert. Und so schlich Güsens Torhüter genauso frustriert vom Platz wie seine Mitspieler.

Die Schuld für die späte 1:2-Niederlage bei Fortuna müssen die Güsener aber bei sich selbst suchen. Diese kreierten in 90 Minuten kaum Torchancen, sorgten für viel zu wenige Impulse im Angriffsspiel.

Die Besucher sahen eine äußerst zähe Partie, in der beide Mannschaften bemüht waren, das Spiel an sich zu reißen. Dabei produzierten beide Mannschaften einfach zu viele Fehlpässe im Spielaufbau. Und so verlief die Begegnung auf dem Kunstrasenplatz am Schöppensteg recht holprig und lange Zeit ohne jede Höhepunkte. Die erste Möglichkeit nutzten die Fortunen, die ab der 20. Minute ein optisches Übergewicht hatten, eiskalt zur Führung. Obwohl von mehreren Gegenspielern umringt, kam Denis Huth nach einer Eingabe zuerst an den Ball und traf aus sieben Metern Torentfernung - 1:0 (39.). Auch in der Folge blieb die Germania in ihren Offensivbemühungen blass. Lediglich ein Kopfball von Josef Bonitz, der zehn Zentimeter über die Latte strich, sorgte für Gefahr (42.).

Nach dem Wechsel das gleiche Bild. Kämpferisch konnte man der Elf um Interimscoach Ard Schenk, der Hartmut Kober (Klassentreffen) an der Seitenlinie vertrat, keinen Vorwurf machen, doch es fehlten einfach die zündenden Ideen im Spielaufbau. Einer Parade von Philipp Hirsch (46.) und dem ungenauen Abschluss von Patrick Karg (53.) und Pierre Rupprecht (61.) hatten es die Gäste zu verdanken, dass sie im Spiel blieben. Und als Christian Vormeister nach einem Pass von Josef Bonitz die erste klare Torchance prompt zum Ausgleich nutzte, war der Jubel groß - 1:1 (75.). In der Schlussphase mobilisierten die Germanen alle Kraftreserven, warfen sich in Unterzahl (Gelb-Rot gegen Andreas Henning, 86.) in jeden Zweikampf. Den Punktgewinn vor Augen, folgte in der letzten Minute der Stich ins Güsener Fußballherz. Max Golz holte Fortune Patrick Karg im eigenen Strafraum rüde von den Beinen, Referee Schwarzlose blieb keine andere Option: Strafstoß. Und so folgte statt Güsener Jubeltraube ein Trauermarsch Richtung Stadionkatakomben.

Tore: 1:0 Huth (39.), 1:1 Vormeister (75.), 2:1 Huth (90.). Zuschauer: 29. Gelb-Rot: Henning (86./Güsen). SR: Schwarzlose (Rogätz)