Hinter den Handballern des SV Eintracht Gommern liegt ein Wochenende zum Vergessen. Aus dem Doppelspieltag in der Sachsen-Anhalt-Liga ging der Aufsteiger ohne Punktgewinn hervor. Erst setzte es in eigener Halle gegen die schlagbare SG Kühnau eine 24:25 (10:10)-Niederlage, gestern gab es beim HBC Wittenberg mit 23:30 (7:15) eine gehörige Abreibung.

Gommern/Wittenberg l Sollte der Landesverband jemals auf die Idee kommen, die Sachsen-Anhalt-Liga in Turnierform an zentraler Stelle auszurichten, würde dieser Vorstoß sicher zwischen Seehausen und Wolfen auf überschaubares Wohlwollen stoßen. Einen Vorgeschmack auf diese zugegebenermaßen recht abwegige Idee hat der SV Eintracht Gommern am Wochenende allerdings erhalten. Und einen bitteren Nachgeschmack dazu, denn zwei Spiele binnen 20 Stunden waren offensichtlich eine zu große Belastung. "Im Grunde hätten wir auch direkt im Anschluss an die Partie gegen Kühnau gegen Wittenberg spielen können. Es war eine Reise, die wir uns hätten schenken können", kommentierte SVE-Trainer Dirk Heinrichs den gestrigen Auftritt in der Lutherstadt, der an einen Totalausfall erinnerte.

Von der ersten Minute an stand seine Sieben neben sich und die Zahlen sprachen Bände: 18 technische Fehler und 27 vergebene freie Würfe im gesamten Spiel, dazu nur sieben eigene Tore im ersten Abschnitt und ein Rückstand, der in Halbzeit zwei bis auf 14 Treffer anwuchs. Dass das Gastspiel nicht in einem völligen Debakel gipfelte, war einer Phase zu verdanken, in welcher der HBC in doppelter Unterzahl agierte. Deutliche Worte gab es dennoch vom Trainer: "Keiner hat die richtige Einstellung gefunden. Die Bereitschaft hat völlig gefehlt. Wir haben einen kollektiven Einbruch erlebt. Zwar waren wir in der Halle, aber vom Kopf her einfach nicht präsent."

Das galt am Vorabend im Aufsteigerduell vor heimischer Kulisse gegen die SG Kühnau noch nicht oder zumindest mit einer Einschränkung: Gommern war voll da, präsentierte in den entscheidenden Phasen jedoch zu "grün". Gegen keineswegs übermächtige Dessauer gab es selbst beim 23:25 in der Schlussminute noch Aussicht auf einen Punktgewinn, als Philipp Eckhardt zum 24:25 verkürzte. Nachdem der letzte Gommeraner Angriff von den Gästen gestoppt wurde, landete auch der finale Freiwurf vier Sekunden vor der Schlusssirene an der Torlatte. "Diese Szene hat ganz gut gezeigt, woran es uns derzeit noch fehlt. Der siebte Feldspieler kam aufs Parkett und anstatt die Ruhe zu bewahren, nehmen wir den überhasteten Wurf", bemängelte der Coach.

Auch zuvor boten sich Gelegenheiten, das Spiel, in dem sich kein Team bis zur Pause absetzen konnte, an sich zu reißen. Nach dem 14:13 (35.) erwischte die Eintracht zwar eine schlechte Phase, hielt aber beim 19:21 (51.) in eigener Überzahl noch alle Trümpfe in der Hand. Doch insgesamt landeten zu viele Anspiele beim Gegner und Würfe blieben an Maik Wiese hängen. Der Gästekeeper lief zu großer Form auf, parierte freie Würfe und einen Siebenmeter, mit dem der SVE den Anschluss hätte herstellen können (52.). Heinrichs: "Wir haben nicht gegen eine Mannschaft verloren, die zwingend besser war. Wir haben nur den Ball nicht am Torhüter vorbei bekommen. Das kann einen an so einer Niederlage durchaus wurmen."

Eintracht Gommern (gegen SG Kühnau): Hartung, Salm - Eckhardt (9), Koch, Zitzmann, Schröder, Schäde (2), Böttcher (2), Kaffenberger (1), Kaese (3), Herrmann (2), Schmidt (2), Bomke (2), Lindner (1)

Siebenmeter: SVE 6/5 - Kühnau 4/4; Zeit- strafen: SVE 3 - Kühnau 5

Eintracht Gommern (gegen HBC Wittenberg): Hartung, Salm - Eckhardt (3), Koch (2), Schröder, Lindner (3), Schäde (3), Böttcher (1), Kaffenberger (3), Kaese (3), Herrmann (4), Schmidt (1), Bomke

Siebenmeter: HBC 1/1 - SVE 6/6; Zeitstrafen: HBC 8 - SVE 4; Rot: René Knabe (55., 3x2 Minuten) -Wittenberg