Biederitz (bjr) l Wer noch Zweifel daran gehegt hat, dass der Spaß am Tischtennis beim DJK TTV Biederitz zurückgekehrt ist, musste am Sonnabend nur auf Andrzej Wojtasik schauen. Eigentlich in der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga aktiv, half er im Oberliga-Heimspiel gegen den HTTC Wernigerode aus - und wie. Nicht nur, dass der Pole zum 9:7-Heimsieg in der zweiten Einzelrunde selbst einen Zähler beisteuerte (3:0 gegen Manfred Scholand), auch die Teamchemie schnellte noch einmal merklich nach oben, als er im ersten Einzel gegen Dirk Wagener einen eigentlich unmöglichen Ball um den Netzpfosten herum retournierte und zur Verblüffung des Gegners punktete. Genutzt hat es in diesem Duell zwar wenig, der Wernigeröder gewann mit 3:1, doch positive Signale übermittelten auch andere Biederitzer.

Zum Beispiel Klaidas Baranauskas: Der DJK-Youngster verblüffte am Sonnabend mit zwei souveränen 3:0-Siegen. Auch der Teamkapitän blieb nicht unbeeindruckt. "Wagener gilt im unteren Paarkreuz als einer der besten Spieler der Liga, spielt ein enorm `fieses` Material. Aber Klaidas hat sich gegen ihn keinen Kopf gemacht. Das war einfach unglaublich", kommentierte Marcus Schmidt das 11:3, 11:7 und 11:2 des Schülers in der zweiten Einzelrunde. Mehr noch: "Das war unser Schlüsselspiel."

So ging es mit dem Rückenwind einer 8:7-Führung in das Entscheidungsdoppel. Dass die Biederitzer Paarung Zbigniew Kaczmarek/Mathias Dietrich nach verlorenem erstem Satz noch recht deutlich nach vier Durchgängen die Oberhand gegen Jiri Javurek/Martin Bouska behielten, war gewiss nicht planbar, doch das Momentum lag auf Seiten der Gastgeber.

Das sah zu Beginn der Partie noch anders aus. Zwar legte das Biederitzer Spitzen- und Eröffnungsdoppel zum 1:0 vor, doch Dämpfer blieben in der Folge nicht aus. So traten zwar Michél Görner/Baranauskas an die Tische, doch "schenkten" das zweite Doppel nach dem ersten Ball an die Gäste ab. Grund: eine Knieverletzung Görners aus dem Training. "Endgültige Klarheit besteht erst Anfang November nach einem MRT-Termin, aller Voraussicht nach ist es jedoch ein Meniskusschaden", überbrachte Schmidt die Hiobsbotschaft.

Den Kapitän erlebte man am Sonnabend häufiger mit sich hadernd. Speziell in der ersten Einzelrunde, gegen Bouska, wurde deutlich, dass Schmidt "nicht gut hineingefunden" hatte. Einfache Fehler nach dem 12:10 im ersten Durchgang ermöglichten dem HTTC-Akteur zwei Satzgewinne in Folge, ehe der Biederitzer zum 2:2 ausglich, sich aber im Entscheidungssatz geschlagen geben musste. Teamkollege Eric Osbar erging es nach einem 3:1 in der ersten Einzelrunde gegen Peter Treulieb nicht anders. Gegen Bouska verbuchte er eine 2:0-Führung, lag auch im dritten Satz mit 8:5-Punkten vorn, scheiterte jedoch im fünften Durchgang.

Insgesamt wurde es also das erwartet knappe Spitzenspiel, an dem letztlich auch das obere Biederitzer Paarkreuz mit Kaczmarek und Dietrich (zusammen fünf Punkte) und somit der gesamte DJK-Sechser seine Aktien hielt. So wurde es am Ende dann sogar ein wenig geschichtsträchtig, wie Schmidt aufdeckte: "Wernigerode war seit fünf Jahren ungeschlagen. Uns ist etwas Historisches geglückt."

Es besteht also Grund zum Optimismus, dass die Biederitzer nach der einwöchigen Pause am Sonnabend, 8. November, nachlegen. Am Doppel-Heimspieltag gegen Post Mühlhausen III und den MSV Hettstedt soll es jedenfalls nicht nur einmal Grund zur Freude geben.

DJK TTV Biederitz: Kaczmarek (3), Dietrich (2), Osbar (1), Schmidt, Baranauskas (2), Wojtasik (1)