Niegripp/Gommern/Güsen (bjr/vwo) l Mit Ausnahme der SG Blau-Weiß Niegripp sind die Teams aus dem Jerichower Land heute in der Fußball-Landesklasse II auswärts gefordert. Während die Blau-Weißen im Heimspiel gegen Fortuna Magdeburg II ihren Negativlauf beenden wollen, hoffen der SV Eintracht Gommern und der SV Germania Güsen in der Fremde auf Zählbares. Anpfiff aller Partien ist um 14 Uhr.

Blau-Weiß Niegripp (9.) -

Fort. Magdeburg II (8.)

In Sachen personelle Hiobsbotschaften ist man am Alten Kanal speziell in dieser Saison einiges gewohnt. Vor dem richtungsweisenden Heimspiel gegen Tabellennachbar Fortuna Magdeburg II jedoch war auch Coach Joachim Greisner ein wenig geschockt: "Insgesamt fallen für das Heimspiel neun Spieler bei uns aus."

So erhielt das Niegripper Lazarett um Thomas Böttcher, Marcus Schlüter und Danny Schalla bei der 0:3-Pleite gegen TuS Magdeburg-Neustadt mit Bill Jentzsch einen weiteren Neuzugang. Thomas Eschner, Fabian Mlynek und Lucas Briest fehlen aus privaten Gründen. "Zudem bestreitet die zweite Mannschaft zuvor ein wichtiges Meisterschaftsspiel. Wenn wir also Verstärkung erhalten, stecken den Jungs bereits 45 bis 90 Minuten Fußball in den Knochen", erläutert Greisner sein Dilemma.

Elf Spieler werden die Gastgeber dann aber doch irgendwie aufbieten. Von diesen wird trotz der schwierigen Ausgangslage nicht weniger verlangt als die erhoffte Kehrtwende. Nach zuletzt drei sieglosen Spielen in Folge soll der nächste Heimsieg her. "Dazu müssen wir aber diesen negativen Druck aus den Köpfen bekommen. Es liegt viel Spannung in der Luft und uns geht ein bisschen die Freude am Fußball ab. Diese wollen wir wiederfinden."

HSV Medizin Magdeb. (5.) -

Eintracht Gommern (13.)

Was die Eintracht beim Aufsteiger und aktuellen Stadtmeister erwartet, lässt sich vorab schwer einschätzen. Fest steht aber: Der HSV Medizin, der seine Heimspiele auf dem Kunstrasenplatz an der Dodendorfer Straße austrägt, gilt als enorm spielstark und untermauert diese Vermutung durch den momentanen fünften Tabellenplatz. Ein derartiges Ligadebüt stimmt natürlich selbstbewusst und sind von HSV-Trainer René Angerer forsche Töne zu vernehmen: "Wir sind aktuell eine der besten Heimmannschaften in der Liga. Und dies wollen wir natürlich auch so lange wie möglich bleiben."

Die Gommeraner hegen allerdings Einwände. Nachdem das Heimspiel der Vorwoche gegen den TSV Rot-Weiß Zerbst personell bedingt abgesagt werden musste, kann SVE-Trainer Mario Storm heute zumindest wieder eine spielfähige Elf ins Rennen schicken. Dass diese jedoch erheblichen Qualitätsverlust hinnehmen muss, versteht sich mit Blick auf die lange Ausfallliste von selbst. Neben den fünf Langzeitverletzten verbüßen Timo Wacker und Torhüter Sebastian Woche noch ein Spiel ihrer Rotsperre aus der Auswärtspartie in Kleinmühlingen.

Alle Wehklagen nutzen der Eintracht aber wenig. Mit mageren zehn Punkten bekleiden die Ehlestädter derzeit Rang 13. Die Abstiegszone beginnt nur einen Zähler hinter den Gommeranern, die folglich bis zur Winterpause noch einige Punkte einfahren wollen. Ein Überraschungserfolg heute wäre der optimale Beginn.

TSV Rot-Weiß Zerbst (3.) -

Germania Güsen (11.)

Es ist keine Übertreibung, zu behaupten, der Aufsteiger befinde sich derzeit im Aufwind. Vor Wochenfrist verließ der SV Germania durch den 3:1-Heimsieg über Blau-Weiß Neuenhofe die Abstiegsränge, spätestens Mitte November soll auch die neu errichtete Flutlichtanlage auf dem Güsener Sportplatz strahlen. Grund genug für vorsichtigen Optimismus - mehr aber auch nicht, wie Trainer Hartmut Kober klarstellt: "Von so etwas wie Euphorie will ich nach einem siegreichen Spiel nicht reden. Fakt ist aber, dass wir an die Leistung aus dem Spiel gegen Neuenhofe anknüpfen und unseren zuletzt eroberten elften Platz verteidigen wollen."

Die beste Voraussetzung dafür wäre natürlich ein Überraschungserfolg im heutigen Auswärtsspiel gegen Zerbst. Nach dem eher holprigen Start ist der nominelle Aufstiegskandidat längst wieder in vorderen Tabellenregionen angekommen. Die Rot-Weißen sind genauer gesagt seit sechs Spielen ungeschlagen. Einschließlich der 3:0-Wertung aus dem Gommern-Spiel der Vorwoche verbuchte das Team um Trainer Torsten Marks fünf Siege in Folge.

Entsprechend hoch hängen heute die Trauben für die Güsener, die zudem gehandicapt ins Spiel gehen. Neben Eric Kopp fällt mit Willy Buchheim eine weitere Stammkraft aus. Im Nachteil sieht Kober sein Team dennoch nicht: "Wir müssen einfach nur wie gegen Neuenhofe das auf den Platz bringen, was wir können."