Sind aller guten Dinge vielleicht doch sechs? Der SV Union Heyrothsberge (11.), in der Fußball-Landesliga noch ohne Auswärtspunkt, gastiert heute um 14 Uhr beim VfB Ottersleben (5.). Nach fünf erfolglosen Auftritten in der Fremde wird es für den Aufsteiger Zeit, in der Fremde zu punkten, will er nicht weiter in der Tabelle abrutschen.

Heyrothsberge/Magdeburg l Martin Luther hatte seine 95 Thesen, die er gestern vor 497 Jahren an die Wittenberger Schlosskirche anbrachte. Der SV Union nimmt heute immerhin drei Argumente, warum die ersten Auswärtspunkte überfällig sind, mit auf die kurze Anreise in den Magdeburger Süedwesten.

1.) Der Zeitpunkt. Die Unioner haben sich spätestens mit dem 1:1-Remis aus der Vorwoche gegen Tangermünde selbst unter Zugzwang gesetzt. Jetzt, da der Heimnimbus nach zwei Unentschieden in Serie bröckelt, steht Heyrothsberge in der Pflicht, auch in der Fremde zu punkten. Wie das gelingen soll? Mit akribischer Vorbereitung und Arbeit im Training. "Wir unternehmen alles, um nun auch auswärts den Bock endlich umzustoßen. Natürlich gibt es den gefühlten Heimvorteil, aber vor allem dürfen wir uns das Leben nicht durch individuelle Fehler selbst schwer machen", lobt Trainer Torsten Völckel aus.

2.) Der Einsatz. Wenn man dem Aufsteiger eine Sache bislang nicht absprechen kann, ist es sein Bemühen. Denn wo der SV Union ist, ist das Spektakel nicht weit. Eine defensive Mauertaktik ist auch heute nicht zu erwarten, vielmehr wollen sich Gäste endlich selbst für ihre Spielweise belohnen. "Wir haben auch gegen Tangermünde sehr viel investiert, standen am Ende aber mit leeren Händen da. Das soll uns nicht wieder passieren."

3.) Die personelle Situation. Zwar fehlt den Unionern weiterhin ein langzeitverletztes Quartett, doch mit Mike Pinno und Kapitän Stefan Groth kehrt die zuletzt vermisste Routine zurück. Nicht nur, dass das Heyrothsberger Spiel besser auf beide Flügelspieler und Sturmspitze Marcus-Antonio Bach zugeschnitten ist - Groth und Pinno, die es zusammen auf sechs Saisontreffer bringen, sollen auch wieder für mehr "Alarm" vor dem gegnerischen Tor sorgen als zuletzt.

Die Gastgeber plagen dagegen vor allem defensiv Personalsorgen, zumal Kapitän Antonio Oesterhoff (Bänderriss im Knie) ebenso wie Torjäger Patrick Podehl (Knochenreizung am Syndesmoseband) länger ausfallen werden.

Es fehlen: Lukas Prenzer (gelb-rot-gesperrt), Tom Hufmüller (Studium), Antonio Oesterhoff, Patrick Podehl (beide langzeitverletzt) - Christian Krümling, Daniel Ziemann, Maik Hoppe, Max Zimmermann (alle verletzt), Clemens Behrenwald, Mathias Müller (beide angeschlagen, fraglich); SR: Marcus Peter (Arnstedt), Gerald Hentrich, Oliver Neubert