Irgendwo zwischen Frust und Zufriedenheit pendelte sich das Gefühlsleben der Biederitzer Tischtennisspieler am späten Samstagabend ein. Ganz so, wie es der Oberliga-Doppelspieltag mit einer 5:9-Niederlage und einem 9:2-Erfolg vermuten ließ, bot der DJK TTV bei den abschließenden Hinrunden-Auftritten in Gornsdorf und Schwarzenberg Licht und Schatten.

Gornsdorf/Schwarzenberg/Biederitz l Wunderdinge hat Marcus Schmidt auch in diesem achten und vorletzten Match der Hinrunde nicht von sich erwartet; wohl aber ein kleines Zeichen oder eine Reaktion. Gefunden hat er im erzgebirgischen Gornsdorf weder das eine, noch das andere. Und erst recht keine Erklärung dafür, was ihn seit geraumer Zeit schwächeln lässt. "Die anstehende Pause kommt gerade recht, um sich selbst ein wenig zu hinterfragen. Ich stehe seit Wochen und Monaten neben mir. Wenn ich dann wie jetzt schon im unteren Paarkreuz stehe und trotzdem verliere, ärgert mich das und macht mich unfassbar wütend", bekannte der Biederitzer Teamkapitän, der im Mittagsspiel einzig an der Seite von Eric Osbar im Doppel Nummer drei Zählbares verbuchte.

Selbstkritik musste sein Mannschaftskollege Michél Görner trotz noch dünnerer Bilanz gegen den gastgebenden TSV Elektronik nicht üben. Zusätzlich zum bereits diagnostizierten Meniskusschaden kam bei ihm kürzlich ein Kreuzband-Teilriss hinzu - Operation unumgänglich. Umso mehr war anzuerkennen, dass sich der Neuzugang zumindest je ein Doppel und Einzel lang in den Dienst des Teams stellte, und erst in der zweiten Einzelrunde gegen Dieter Stöckel zum 0:3 abschenkte.

Apropos Stöckel: Der einstige DDR-Nationalspieler und heute 69-jährige Veteran lehrte zuvor Osbar das fürchten (3:0). "Wahnsinn. Er ist Abwehrspieler durch und durch. Und leistet sich dabei nicht den geringsten Fehler", staunte auch Teamkollege Schmidt nicht schlecht. Erst kürzlich trat Stöckel zu einem Showkampf gegen den schwedischen Superstar Jan-Ove Waldner an und musste sich erst nach fünf Sätzen geschlagen geben.

Ein derart knappes Finish erreichten die Biederitzer schließlich in Gornsdorf nicht mehr. "Plan war, zumindest das Entscheidungsdoppel zu erzwingen", verriet Schmidt, doch davon waren die Seinen beim 5:9 weit entfernt.

So ging es am Abend mit viel angestautem Frust ins rund 30 Kilometer entfernte Schwarzenberg. Das Duell gegen das abgeschlagene Oberliga-Schlusslicht war von vorherein als Pflichtaufgabe deklariert gewesen. Entsprechend konnte der DJK TTV in der Doppel-Aufstellung ein wenig experimentieren. Schmidt und Mathias Dietrich schlugen als Biederitzer Paarung Nummer zwei gegen das TTV-Spitzenduo Michal Stibor/Stefan Meiner auf - aus gutem Grund: "Sofern die Qualifikation gelingt, wollen Mathias und ich gemeinsam bei den Landesmeisterschaften an den Start gehen", blickte der Kapitän voraus. Die Generalprobe für die Titelkämpfe offenbarte bereits viel Gutes, Steigerungsbedarf besteht nach dem 1:3 aus Gästesicht dennoch.

Das abgegebene Doppel und Dietrichs 0:3 gegen Vratislav Oslzla blieben die einzigen Ausrutscher des Abends, weshalb wie angedacht bereits nach zweieinhalb Stunden und mit einem klaren 9:2-Erfolg im Gepäck die lange Rückreise angetreten wurde.

Auf dieser bestand dann auch die Gelegenheit für ein kurzes Hinrundenfazit. "Die Punktverluste gegen Zeulenroda und Mühlhausen III schmerzen ein wenig. Dort ist für die Rückrunde noch Luft nach oben." Ähnlich verhält es sich bei Schmidt und Dietrich in den Einzelbilanzen. Wege aus dem Formtief will der Biederitzer Kapitän in der nun anstehenden Pause finden. "Vor allem in Sachen allgemeiner Fitness muss ich etwas tun."

DJK TTV Biederitz (gegen Gornsdorf): Kaczmarek (2,5), Dietrich (0,5), Görner, Osbar (1), Schmidt (0,5), Konieczka

DJK TTV Biederitz (gegen Schwarzenberg): Kaczmarek (2,5), Dietrich (1), Görner (1,5), Osbar (1,5), Schmidt (1), Konieczka (1,5)