Das Jerichower Land hat überdurchschnittlich viele Lauftalente. Ein Beispiel liefert der Elbe-Ohre-Cup (EOC). Das ist eine Laufserie aus 26 Wettkämpfen in der nördlichen Hälfte Sachsen-Anhalts. 14 Altersklassen-Siege sicherten sich Athleten aus unserem Landkreis.

Burg/Hohendodeleben (fh/bjr) l Den Rekord dürfte Siegfried Klose von den Burger Ihleläufern inne haben: Er gewann den Siegerpokal zum sechsten Mal in Folge. Die EOC-Trophäe ist ein Wanderpokal, den ein Athlet nach dreimaligem Gewinn behalten darf. Klose sagt: "Nächstes Jahr sichere ich mir das Ding erneut."

Der Burger Ihleläufer (76) hat seinen Ruhestand fast komplett auf seinen Sport ausgerichtet, er trainiert fünfmal pro Woche: Zweimal zehn Kilometer laufen, mittwochs 60 Kilometer auf dem Rad und zweimal Fitnessstudio: "Das lasse ich mir auch nicht nehmen." Klose war ältestes Mitglied der Ihleläufer im Sommer bei einem 1100 Kilometer langen Gedenklauf durch Frankreich. Den Sieg beim Elbe-Ohre-Cup sicherte sich der gelernte Maurer und Glasbläser mit der Idealpunktzahl 480. Bedeutet: zwölf Läufe, zwölf Altersklassensiege.

Gewonnen hat er zudem den Magdeburger-Halbmarathon im Oktober in seiner Altersklasse in einer Zeit von 1:58 Stunden. Noch schneller war er beim internationalen Vattenfall-Halbmarathon Ende März in Berlin. Die starke Zeit von 1:52 Stunden bedeutete Rang zwei in seiner Kategorie. Im kommenden Jahr will "Siggi" den Berlin-Marathon in seiner Altersklasse gewinnen: "Das ist mein Traum."

462 EOC-Punkte sicherte sich unterdessen Sebastian Anselm aus Burg - das war der Sieg in der Hauptklasse der Männer. Auch Platz zwei geht ins Jerichower Land: Carsten Heidel (Parchener Laufsocken) hatte diese Wertung lange angeführt, ist erst kurz vor Schluss von Anselm abgefangen worden. Im Vorjahr war er ebenfalls Vize hinter Karsten Pinno aus Burg. Heidel will im kommenden Jahr angreifen: "Aller guten Dinge sind drei."

Das gilt wohl auch für die beiden Genthiner Läuferinnen Anneliese Hünecke und Jutta Derz, die jeweils zum zweiten Mal den Pokal gewannen. Vor allem Hünecke blickt auf eine tolle Saison zurück. Unter anderem holte sie sich beim Magdeburg-Marathon einen Altersklassensieg über die Halbmarathon-Distanz.

Das größte EOC-Starterfeld mit 27 Athleten gab es in der Altersklasse M45. Athleten aus unserem Landkreis waren ganz vorn dabei. Die Plätze drei bis fünf beziehungsweise sieben gingen an Olaf Meier, René Weinmann, Falk Heidel und Frank Garnich.

In einigen Altersklassen gab es Doppelsiege für das Jerichower Land. Zum Beispiel durch Harry Buchwitz ("das war mein zweiter Sieg") aus Möckern und Bernd Wunsch (Burg) in der M60. Oder durch den Genthiner Kanuten Lukas Schulz und Ihleläufer Jakob Zeuch in der M18. Letzterer hatte seine jeweilige Altersklasse in den vergangenen beiden Jahren gewonnen. Eine Doppelspitze bildeten auch Jutta Derz (Genthin) und Elke Schmidt aus Burg in der W60.

Gäbe es eine Familienwertung, wären die Weinmanns aus Genthin mit zwei Altersklassensiegen durch Marie (W20), Paul (M20), einen zweiten Platz für Jenny (W40) und Rang vier für René (M45) ganz weit vorn. Dicht gefolgt von der Genthiner Kanu-Familie Meier-Herm mit den Plätzen eins (Karl M10), zwei (Franz M16), drei (Olaf M45) und acht (Ines W45).

Statt einer Familien- gab es eine Mannschaftswertung. Unter 27 Teams gewann der SV Angern. Beste Mannschaft aus unserem Kreis waren die Chemie-Genthin-Kanuten auf Rang sechs vor dem Genthiner Lauf- und Triathlonverein und den Burger Ihleläufern auf den Plätzen sieben und acht. Durch die starken Leistungen des Buchwitz-Ehepaars ging Rang 26 an die LG Möckern.

Der EOC-Startschuss fiel am 8. März mit einem Halbmarathon in Demker bei Tangerhütte. In diesem Jahr hatte die Laufserie in allen Wettkämpfen knapp 9 200 Starter: "Das sind 800 mehr als im Vorjahr", sagte Cheforganisator Bernd Ebert. 350 Läufer haben sich mit mindestens acht Starts (Kinder vier) für die EOC-Wertung qualifiziert. Ausgerechnet hat Ebert die in allen Läufen absolvierten Kilometer aller Teilnehmer: 91000.

   

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