Die Herbstmeisterschaft ist gesichert, doch erreicht ist für die Landesliga-Fußballer des Burger BC 08 (1.) offiziell noch nichts. So besteht auch kein Grund, im morgigen letzten Heimspiel des Jahres gegen den FC Einheit Wernigerode (9.) die Zügel schleifen zu lassen - trotz personellen Handicaps.

Burg l Nun hat der BBC 08 also endlich auch seinen Nationalspieler - höchst offiziell und mit dem Bundesadler auf der Brust. Alexander Siemke heißt der Glückliche, der mit seinen 30 Jahren zu vergleichsweise späten internationalen Ehren kommt. Der Burger Defensiv-Allrounder greift dieser Tage beim Championat d`Europe im französischen Rochefort sogar nach einem kontinentalen Titel. Gemeinsam mit der Fußball-Nationalmannschaft der Bundeswehr geht es um nicht weniger als die Qualifikation zur Militär-Weltmeisterschaft.

Siemke kann morgen um 14 Uhr folglich nur aus der Ferne die Daumen drücken, wenn es in der eigentlichen sportlichen Heimat um Landesliga-Punkte geht. Nach dem Gewinn der Herbstmeisterschaft durch den 2:0-Auswärtssieg beim VfB Ottersleben in der Vorwoche ist der BBC 08 nämlich alles, aber eben noch nicht satt. "Dieser inoffizielle Titel ist uns nicht wichtig. Es ist eine Halbzeitbilanz - mehr nicht. Wir wollen über die gesamte Saison Erfolg haben. Da schauen wir nicht auf die Herbstmeisterschaft", formuliert Trainer Thomas Sauer.

Stattdessen geht der Blick auf den morgigen Gegner. Mit dem FC Einheit erwarten die Ihlestädter einen Kontrahenten, der als unberechenbar gilt. "Wernigerode ist eine Wundertüte. Das ist ein Gegner, gegen den man einerseits zu mehreren Toren gelangen kann. An einem anderen Tag kassiert man selbst die Gegentreffer", schätzt Sauer ein.

Mit Blick auf offensive Freiräume galt in der Vorwoche in der FCE-Abwehr die Devise "Geben ist seliger denn Nehmen". Die TSG Calbe richtete sich durch den 3:0-Heimsieg über die Hasseröder weiter auf und überholte den Gegner sogar in der Tabelle. Rückschlüsse auf das morgige Spiel lieferte der Wernigeröder Auftritt an einstiger Sauer`scher Wirkungsstätte jedoch nicht: "In der Regel treten die meisten Teams gegen uns anders - sprich defensiver - auf. Ähnliche Erwartungen habe ich auch für den Sonnabend. Für uns wird es einmal mehr darum gehen, geduldig abzuwarten und zu schauen, wie wir die gegnerische Abwehr am besten beschäftigen können", so der Burger Coach.

Tatsächlich bestätigt Karsten Stein, sein Gegenüber bei den Harzern, den Verdacht, dass seine Elf nicht mit wehenden Fahnen drauflos stürmen will: "Gegen das spielerisch am besten und den Kader betreffend am breitesten aufgestellte Team werden wir defensiver beginnen, um möglichst lange ohne Gegentreffer zu bleiben." Die Marschroute aus Burger Sicht dürfte daher einmal mehr lauten: Den Gegner über Ballbesitz und Chancenplus so lange zermürben, bis das Bollwerk nicht mehr stand hält und der 14. Saisonsieg unter Dach und Fach ist.

Die Nationalelf der Bundeswehr hat derweil übrigens keine Chance mehr auf das Ticket zu den Military World Games. Nach Niederlagen gegen Irland und die Niederlande sind die Gruppenplätze eins und zwei nicht mehr zu erreichen. Ob ein Einsatz des Burgers Siemke, der auf der Reservebank schmorte, etwas daran geändert hätte, bietet zumindest Raum für Spekulationen.

Es fehlen: Alexander Siemke (Einsatz für die Bundeswehr-Nationalmannschaft), Jonas Fischer, Martin Krüger (beide verletzt), Kevin Schulz (Studium), Patrick Bartsch (angeschlagen) - Christian Matschke (fraglich), Matthias Günther (rotgesperrt); SR: Maximilian Scheibel (Calbe), Tobias Grune, Fred-Edgar Peter; Saison 2013/2014: 2:1, 0:2