Der Burger BC 08 hat mit dem abschließenden 2:0 (1:0)-Sieg vom Sonnabend beim Magdeburger SV Börde die Hinrunde der Saison 2014/2015 schadlos gemeistert. Im vermeintlichen Landesliga-Spitzenspiel Dritter gegen Erster blieb der Fußball allerdings phasenweise arg auf der Strecke.

Magdeburg/Burg l Wenn es noch irgendeines Beweises bedurft hatte, dass der "expugnator instinctus" oder gemeine Mittelstürmer vor dem drohenden Aussterben geschützt werden sollte - Steven Peseke hat ihn am Sonnabend erbracht. Mit seinem Treffer zum 2:0 (55.) setzte die BBC-Sturmspitze nicht nur den Schlusspunkt im Gastspiel beim MSV Börde, sondern auch ein leuchtendes Signal für fußballerische Artenvielfalt: Rettet den klassischen "Neuner"! In eine Eingabe von Alexander Siemke nach Freistoß von Franz Zimmer rutschte Peseke mit den Füßen voran und verwertete - ästhetisch fragwürdig, dafür aber umso athletischer - mit dem erstbesten Körperteil, in diesem Fall eben mit dem Oberschenkel.

Der Siegtreffer war unweigerlich auch Sinnbild für das vermeintliche Spitzenspiel der Landesliga Nord. "Es war kein Fußballfest. Wir haben nicht schön, aber clever gespielt", bekannte daher auch BBC-Trainer Thomas Sauer nach der Partie, in der die Seinen einige Widerstände zu brechen hatten, ehe auch im 15. Saisonspiel die eigene Weste weiß blieb.

Bereits der Start verlief schleppend. Zwar verzeichneten die Gäste das erwartete Plus an Ballbesitz, doch bis auf einen Vorstoß von Mathias Herms auf der rechten Seite (10.) blieben die Angriffsbemühungen meist frühzeitig stecken. Stattdessen verzeichneten die Platzherren durch David Berlin nach unterlaufener Flanke die erste Großchance (25.). Kurz darauf stürmte Kevin Schulz auf der linken Burger Offensivseite vor, legte auf den in der Mitte lauernden Siemke ab, der zur 1:0-Führung vollendete (28.).

Der offensiv geprägte Burger Linksverteidiger avancierte mit der Vorarbeit durch Pesekes 2:0 nach dem Seitenwechsel endgültig zum Matchwinner. Doch anstatt nach der Partie auf den Schultern getragen zu werden, musste Siemke nach rund einer Stunde gestützt das Feld verlassen. Das völlig übertriebene Einsteigen von Daniel Zoll hinterließ auf dem Schienbein des Burgers eine tiefe Fleischwunde (62.). "In diesem Foul steckte sehr viel Frust drin", kommentierte Sauer die Szene, in der sich schließlich auch der Unterschied zwischen beiden Teams manifestierte: Es gibt Grätschen tief in der gegnerischen Hälfte, die allein beim Zuschauen Schmerzen bereiten. Und es gibt Grätschen, die ein Tor zur Folge haben und so dem Gegner am meisten weh tun. Mittelstürmer dürften an dieser Stelle zustimmend nicken.

Magdeburger SV Börde: Weihmann - Sommer, Scheinhardt, Schacker (81. Liedtke), J. Spahija, Wolff, Heitmann, Lohse, Zoll (69. Maß), Leonhardt, Berlin (46. Wunderling)

Burger BC 08: S. Krüger - Schock, Schaarschmidt, Siemke (63. Westhause), Müller, Benkel, Herms, Schulz, Zimmer, Kolzenburg (72. Schäfer), Peseke (89. Bartsch)

Tore: 0:1 Alexander Siemke (28.), 0:2 Steven Peseke (55.); SR: Miriam Schweinefuß (Rieder), David Kawitzke, Dirk Reider; ZS: 158