Wolfen/Gommern (bjr) l Auch ein alter Hase wie Michael Päschel verlebt sie noch: "Manchmal hat man eine schlaflose Nacht." Zumindest aber hat sich der Trainer der Wolfener Handballer an solche Situationen gewöhnt: "Man macht sich seine Gedanken, versucht diese seinen Spielern zu vermitteln und dann ist es auch wieder gut." Der 55-jährige Päschel muss dieser Tage eine ganze Menge vermitteln. Seiner HSG 2000 steht in der Sachsen-Anhalt-Liga auf dem 13. und damit vorletzten Platz liegend das Wasser zumindest ein paar Zentimeter über dem Bauch. Besonders viel Solidarität dürfen die Wolfener heute allerdings auch vom letzten Gegner des Jahres, dem SV Eintracht Gommern (9.), ab 18.30 Uhr nicht erwarten. Oder wie es dessen Trainer Dirk Heinrichs ausdrückt: "Wir wären bitter enttäuscht, wenn wir ohne Punktgewinn die Heimreise antreten."

Sechs-Punkte-Spiel, Pflichtsieg, der erste unter den letzten Strohhalmen - zumindest rhetorisch ließe sich ob der Konstellation - beide Teams trennen nur zwei Punkte - viel zusätzlicher Druck auf den Kessel geben. Doch einerseits steht die Saison noch nicht einmal vor ihrer "Halbzeit", andererseits liegt im erhöhten Druck auch das derzeitige Problem beider Mannschaften. Zuletzt entschieden nämlich weniger lahme Wurfarme und müde Beine, sondern viel eher die Psyche die Spiele zu jeweiligen Ungunsten. "Es ist eine Kopfsache, die da stattfindet", sagt Päschel. "Wir bekommen vom Kopf her einfach noch nicht über 60 Minuten die nötige Routine in unser Spiel", sagt Heinrichs. Zwei Teams, ein Problem.

Dabei hätte die Ausgangslage zu Saisonbeginn an Ehle und Mulde kaum unterschiedlicher sein können: hier der Aufsteiger aus Gommern, der sich in der Premierenspielzeit erst noch an die Gegebenheiten im Handball-"Oberhaus" des Landes gewöhnen muss; dort das Team aus Wolfen, das vor zwei Jahren noch in der Mitteldeutschen Oberliga spielte. "Wir haben unsere eigenen Erwartungen bislang nicht erfüllt", gibt Päschel, der zu Saisonbeginn das Traineramt übernahm, unverblümt zu.

Die Frage, wer die zwei Punkte dringender benötigt, stellt sich demnach müßig dar - zumal ein versöhnlicher Jahresabschluss nach zuletzt weniger berauschenden Ergebnissen erklärtes Ziel beider Vereine ist. In jedem Fall dürfte den Zuschauern in der Wolfener Sporthalle Krondorf ein umkämpftes Duell bevorstehen -und dem Verlierer noch so manche schlaflose Nacht.