Die Hinrundenbilanz in der Fußball-Landesklasse, Staffel II, fällt aus Sicht der drei Teams aus dem Jerichower Land eher bescheiden aus. Doch von Resignation ist in Gommern, Niegripp und Güsen nichts zu spüren. Das Trio will mit neuem Mut und alter Stärke in den ausstehenden 14 Spielen die Wende erreichen.

Güsen/Niegripp/Gommern l Alle drei Vertreter aus dem Jerichower Land stehen zum Jahreswechsel entweder unter oder im Fall der SG Niegripp knapp über der Klassenerhaltsgrenze. Erinnerungen an die "Katastrophen-Serie" vor rund eineinhalb Jahren werden unweigerlich wach: Seinerzeit war ein vollständiges "JL"-Trio aus der Landesklasse-Staffel I abgestiegen - mal mehr (SV 90 Parey) oder weniger knapp (FSV Borussia Genthin). Mit dabei war damals auch der SV Germania Güsen, der sich nach dem Double aus Kreismeistertitel und Kreispokalsieg in der Vorsaison diesmal das Schicksal ersparen will, im Fahrstuhl festzustecken. "Es mag im Moment nicht nach Klassenerhalt aussehen. Aber wir sind positiv eingestellt und wissen was wir können", lobt SVG-Trainer Hartmut Kober, der das Auf und Ab in der jüngeren Vergangenheit selbst miterlebt hat, aus.

"Konzentrations- statt Qualitätsproblem."

Dass der Coach nicht nur Zweckoptimismus vorschiebt, wird daran deutlich, dass sein Team im vergangenen halben Jahr seine Qualität des Öfteren unter Beweis gestellt und mit Kleinmühlingen/Zens (3:3), Groß Santersleben (2:2) und Zerbst (1:1) auch drei Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte "geärgert" hat. Noch einmal mehr hatte das Team jedoch Anlass, mit sich zu hadern: "In vier Spielen haben wir Zähler leichtfertig in den Schlussminuten vergeben. Das zeigt uns, dass wir kein Problem mit der Qualität, dafür aber mit der Konzentration haben", schildert Kober.

Kraft, Schnelligkeit und Kondition stehen demnach seit dem Trainingsauftakt gestern Abend wieder ganz oben auf der Prioritätenliste. "Wir brauchen die Grundlagen, um in den ersten drei Spielen nach der Winterpause auf den Punkt fit zu sein." Mit den Partien gegen Besiegdas Magdeburg, Gnadau und Nedlitz warten ohne Frage "Sechs-Punkte-Spiele".

Während die Güsener auch beim Training von der neu errichteten Flutlichtanlage auf ihrem Rasenplatz profitieren, ist am Alten Kanal die freiwillige Flucht in die Halle angesagt. "Ich arbeite gerade die Trainingspläne aus, bevor wir am kommenden Dienstag wieder starten. Geplant ist, zwei- bis dreimal die Turnhalle zu nutzen", erklärt Coach Joachim Greisner. Der unter Spielern gefürchtete "Kraftzirkel" ist das Stichwort. "Sicher wird das nicht jedem Spaß machen und sicher auch Schmerzen verursachen, aber entscheidend wird ein guter Auftakt sein. Verläuft der Start mit einem Heimspiel positiv, erfasst Spieler und Zuschauer ein Ruck, der uns hoffentlich bis zum Klassenerhalt trägt."

Dazu muss seine Mannschaft vor allem dem offensiven Negativtrend der jüngsten Spiele entgegenwirken. Nur zwei Treffer standen in den letzten acht Begegnungen der Hinrunde zu Buche. Wenig überraschend, dass die Blau-Weißen den schwächsten Angriff der Liga stellen. "Dass wir uns derart weit unten wiederfinden, haben wir vor der Saison natürlich auch nicht gedacht. Aber man muss auch sehen, dass wir in den letzten drei Partien nur zu elft waren, das auch nur mit Hilfe einiger `Leihgaben` aus der zweiten und Altherrenmannschaft."

Personalsituation ist die Achillesferse

Auch wenn mit Youngster Dominik Wilde ein Stürmer aus der zweiten Mannschaft aufrückt, bleibt die personelle Situation die Niegripper Achillesferse. Umso sehnlicher wird die Rückkehr der beiden Leistungsträger Thomas Böttcher und Marcus Schlüter erwartet - auch in ihrer Rolle als "Typen". Greisner: "Das sind zwei Spieler, die eine Mannschaft mitreißen können und auf dem Platz Töne anschlagen, die ein Trainer von der Seitenlinie aus nicht immer treffen kann."

Unterdessen stellt die dünne Personaldecke und das Fehlen eines "Häuptlings" den Brückenschlag nach Gommern dar. Unter den drei Landesklasse-Teams des Jerichower Landes ist die Lage an der Ehle am brisantesten: Zum Jahreswechsel rangiert die Eintracht auf dem vorletzten Platz, kassierte mit zwölf Niederlagen unter allen Mannschaften die meisten und hat bereits sechs Punkte Rückstand aufs rettende Ufer.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Doch mit neuem Trainer (siehe Interview rechts) und ohne das immense Verletzungspech aus der Hinrunde, in der teils Ausfälle in Mannschaftsstärke zu beklagen waren, sieht der SVE einen ersten vorsichtigen Silberstreif. Mit Tilmann Roos kehrte ein Langzeitverletzter noch vor Beginn der Winterpause zurück, dazu steigen rekonvaleszente Spieler wieder ins Training ein. Die Umsetzung der Herkulesaufgabe Ligaverbleib obliegt unterdessen dem gesamten Team.

 

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