Der SV Eintracht Gommern blickt nach dem Aufstieg in die Sachsen-Anhalt-Liga weitgehend zufrieden auf die Hinrunde zurück. In den bisherigen 13 Partien hat sich der Neuling einen Namen unter den etablierten Teams des Handball-Oberhauses gemacht, stand sich aber in einigen Momenten auch selbst im Weg.

Gommern l Im großen Autosalon namens "Sachsen-Anhalt-Liga" ist der SV Eintracht ein gutes halbes Jahr nach dem Aufstieg noch kein Supersportwagen der Marke Ferrari. Aber eben auch kein Fiat Panda oder Nissan Micra. Vielmehr tourt man an der Ehle in solider Kompaktklasse. Aber was, wenn Pferdestärken, Hubraum und Anzahl der Zylinder gar nicht entscheidend sind? Dann könnte man es wie Eintracht-Coach Dirk Heinrichs halten, der sagt: "Es ist wie bei einem neuen Auto, das eingefahren werden muss. Es braucht einige Kilometer, bis der Motor reibungslos läuft."

"Routine muss sich erst noch entwickeln."

Das sprachliche Bild veranschaulicht recht gut den Unterschied seines Teams zu Mannschaften wie dem SV Langenweddingen oder der TSG Calbe. "Diese bestehen aus erfahrenen Akteuren, beziehungsweise Spielern, die seit Jugendtagen zusammenspielen. Unsere Routine muss sich erst noch entwickeln." Mit Blick auf die neue, leistungsstärkere Liga und einigen Veränderungen im Kader war nicht davon auszugehen, dass die Gommeraner prompt um die vorderen Plätze mitspielen. Insofern ist Rang acht am Ende der Hinrunde ein Zwischenresultat, mit dem sich leben lässt. "Alles in allem verlief die erste Halbserie zufriedenstellend", stellt Heinrichs daher fest.

Genau genommen fehlen in der Gewinn-Verlust-Rechnung nur drei Punkte: beim 26:26 in Haldensleben ließ Gommern auch aufgrund von 32 Fehlwürfen im Spiel ebenso Zählbares liegen wie beim völlig verkorksten 23:30 am Doppelspieltag in Wittenberg. "Demgegenüber haben wir einige Spiele durch Kampf für uns entschieden." Exemplarisch war sicher der Auftakt in Landsberg (20:20): "Erst hatten wir mit Startschwierigkeiten zu kämpfen, dann haben wir unsere Deckung mehr geöffnet und am Ende sind wir auch mit den Stärken, die uns im Vorjahr ausgezeichnet haben, zu einem Punktgewinn gekommen."

Dazwischen stand wie in der vergangenen Woche, beim 32:30-Heimerfolg gegen Seehausen ein eher "dreckiger" Sieg, bei dem am Ende nur das Ergebnis wichtig war. Von der spielerisch mauen Vorstellung erhofft sich der Trainer jedoch auch einen positiven Effekt auf die eigene Lernkurve: "Dieses Spiel war vielleicht ein Dämpfer zum richtigen Zeitpunkt; ein Signal, dass kein Spiel ein Selbstläufer ist."

Geschenke erwartet man bei der Eintracht daher auch in der heute startenden Rückrunde nicht. Zumal sich die Gegnerschaft mittlerweile auch auf den Liga-Neuling eingestellt haben dürfte. Eine Kurskorrektur wird es daher nicht geben, am Saisonziel Klassenerhalt hält der Verein bis zum Ende der Premierenspielzeit in der einstigen Oberliga fest. "Das Gesamtpaket muss in jedem Spiel stimmen", fordert der Trainer. Anders gesagt: Neben der PS-Zahl sind auch fahrerisches Können und Feinabstimmung gefragt.