Auch im zweiten Heimspiel des Jahres blieben die Handballer des SV Eintracht Gommern unbesiegt. Gegen den Landsberger HV feierte der Sachsen-Anhalt-Ligist am Sonnabend einen 30:28 (17:14)-Erfolg und zeigte eine kämpferische sowie geschlossene Mannschaftsleistung.

Gommern l Sinnbildlich für die Kraftanstrengungen, welche die Heimsieben gegen die Gäste vollbringen musste, stand am Sonnabend das Trikot von Jens Schmidt. An seiner rechten Schulter klaffte ein großes Loch in seinem Leibchen. Während der Stoff die Zerreißprobe nicht bestand, behielten die Gommeraner bis zuletzt einen kühlen Kopf und brachten den Heimsieg über die Zeit. Allerdings nicht ohne es bis zuletzt doch noch spannend zu machen, obwohl der Gastgeber zwischenzeitlich bereits mit fünf Toren vorn lag. So wurden auch die Nerven der Zuschauer auf eine harte Probe gestellt.

Den besseren Start in die Partie erwischte der LHV, der mit 2:0 in Führung ging. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Beide Teams versuchten über schnelles Umkehrspiel einfache Treffer zu erzielen. Besonders auffällig bei den Landsbergern agierte Frank Seifert, dessen Kreisanspiele die Eintracht-Abwehr anfangs nicht in den Griff bekam. So erhielt der Mittelmann der Gäste schnell eine persönliche Bewachung, auch "um den Gegner dazu zu zwingen, in Kleingruppen zu spielen und damit das Tempo herauszunehmen", erklärte Gommerns Trainer Dirk Heinrichs die taktische Maßnahme.

In der Folge stand die Defensive der Gastgeber besser und da auch offensiv die Fehlerquote gering war, setzte sich der SVE bis zur Halbzeit auf 17:14 ab. "Landsberg ist uns mit einem schnellen Umkehrspiel entgegengetreten. Diesen Handschuh haben wir aufgenommen und gut dagegengehalten. Wir haben in der Deckung den Überblick behalten und sind nicht planlos herausgestürzt, auch wenn uns das ein oder andere Mal etwas die Pferde durchgegangen sind", lobte Heinrichs seine Mannschaft.

Mit dem gleichen Kampfgeist kam die Eintracht auch nach dem Seitenwechsel aus der Kabine. Bis zur 47. Minute setzte sich die Heimsieben auf 24:19 ab, kassierte in der Folge aber zu viele Zwei-Minuten-Strafen und baute die Gäste so wieder auf. Eine Viertelstunde lang spielte Gommern fast ausschließlich in Unterzahl, was die Landsberger zu nutzen wussten. Der LHV biss sich über die Stationen 22:25, 24:26 bis auf 26:27 heran. Als Robert Kaese dann auch noch vier Minuten vor Schluss einen Wechselfehler beging und die Gastgeber damit wieder dezimierte, war auf den Rängen dann doch noch lautes Nägelkauen zu hören. Zwei Minuten später behielt Philipp Eckhardt beim Stand von 28:27 die Nerven und verwandelte einen Siebenmeter zur erneuten Zwei-Tore-Führung. Als dann auch noch Robin Salm einen Versuch der Gäste parierte, atmete die Sporthalle am Europagymnasium auf. Am Ende stand ein 30:28-Heimsieg auf der Anzeigetafel.

"Wir haben ab der 46. Minute fast durchgängig in Unterzahl gespielt. Das macht Ballgewinne in der Deckung und damit schnelles Umkehrspiel natürlich schwer, doch am Ende war unser Gesamtpaket besser", zog Eintracht-Coach Heinrichs Fazit. Das belegt auch die Trefferverteilung des SVE. Fast jeder Spieler traf. Sven Herrmann und Schmidt waren mit je fünf Treffern die erfolgreichsten Schützen, auch wenn es ihnen die Landsberger Deckung sichtlich erschwerte.

SV Eintracht Gommern: Hartung, Salm - Eckhardt (4), D. Einwiller (1), Schröder, Hennig, Böttcher (3), Kaffenberger (4), Kaese (3), Herrmann (5), Schmidt (5), Bomke (2), Lindner (3)

HV Landsberg: Weber, Richter - Seifert (2), Bode (2), Schwara (4), Kühn (9), Loth, Zander (3), Volkmann (1), Blechschmidt, Pede (1), Nikisch (6), Kern

Siebenmeter: SVE 6/4 - LHV 3/2; Zeitstrafen: SVE 6 - LHV 5