Glinde/Güsen (nre/ahf) l Dass Handball ein rauer Sport ist, bewies die Verbandsliga-Partie zwischen dem Glinder HV "Eintracht" und dem Güsener HC. Die Physiotherapeuten mussten pro Seite dreimal auf die Platte eilen. GHC-Rückraumshooter Christian Haßbargen konnte schließlich die Partie nicht mehr fortsetzen. Güsen gewann dennoch mit 33:31 (15:15).

Der GHV ist für seine aggressive Deckung bekannt und auch die Gäste spielen körperbetonten Handball. Geschenkt bekam der GHC den 4:0-Vorsprung also nicht. Christian Haßbargen war dem robusten Spiel diesmal allerdings nicht gewachsen und musste schließlich, gestützt von zwei Teamkollegen, von der Platte humpeln. "Vermutlich hat er sich am Knöchel verletzt", erklärte Spieler-Trainer Andy Mache. Aber auch Glinde ging nicht vom Feld, ohne Federn zu lassen. So musste die Physiotherapeutin der "Eintracht" auch dreimal aufs Parkett, um sich um die Blessuren der Gastgeber zu kümmern. Unfair war die Begegnung aber nicht. Beide Seiten entschuldigten sich stets und blieben beim Verletzten, bis dieser wieder auf den Beinen stand. Allerdings gab es für die doch recht rabiate Spielweise etliche Siebenmeter, die Unparteiischen verteilten insgesamt elf. "Das war aber in Ordnung", sagte Mache, obwohl Güsen von den elf Strafwürfen nur drei zugesprochen bekam. GHV-Spieler-Trainer Julian Bauer fügte hinzu: "Die Schiedsrichter haben eine sehr gute Leistung gezeigt."

Die Hausherren machten es der Sieben aus Güsen in Hälfte eins sehr schwer. Die Abwehr stand kompakt und Glinde spielte die Angriffe lange und konzentriert aus, sodass sich die Gastgeber auf 6:6 heranarbeiteten und schließlich sogar mit 13:10 in Führung gingen. In den verbliebenen fünf Minuten vor der Pause zogen die Gäste das Tempo noch einmal an und glichen ihrerseits zum 15:15 aus.

Nach dem Seitenwechsel ging dem schmalen Kader des GHV die Luft aus, was die Gäste zu nutzen wussten. Dennoch konnte der GHC auf nicht mehr als zwei Tore enteilen. Aber diese entschieden letztlich über Sieg und Niederlage.

"Es war ein Arbeitserfolg", fasste Mache zusammen. "Wir haben uns vor allem in der ersten Halbzeit zu viele technische Fehler und Schwächen in der Deckung geleistet. Diese konnten wir erst in der zweiten Halbzeit abstellen, als wir uns in der Abwehr besser aufeinander abgestimmt hatten."

Güsener HC: C. Bretschneider, Teske - K. Haßbargen (9), Schirrmeister (8), Schulz (2), E. Klewe (6), Prause, Seydack, Lepper, C. Haßbargen (1), Kampe (6), Heitzmann, Gerlach (1), Mache

Siebenmeter: Glinde 8 - Güsen 3; Zeitstrafen: Glinde 3- Güsen 7