Der SV Eintracht Gommern hat am Sonnabend in der Sachsen-Anhalt-Liga den dritten Heimsieg in Folge unter Dach und Fach gebracht. Übermäßigen Glanz versprühten die Handballer von der Ehle beim 30:26 (16:12)-Erfolg über den HBC Wittenberg allerdings nicht.

Gommern l Es waren nicht die zehn Feldspieler im gelb-blauen Dress und auch nicht die beiden Eintracht-Torhüter, die am Sonnabend zum Musterbeispiel in Sachen Einsatz und Pflichtbewusstsein taugten. Die personifizierte Verlässlichkeit hörte diesmal auf den Namen Pauline Stallmann. Dass die junge Wischerin am Samstagabend zumindest gefühlt häufiger gefordert war als bei den bisherigen acht Heimspielen der Saison lag allerdings weniger am schweißtreibenden Geschehen auf dem Parkett. Schneeschmelze verbunden mit einer undichten Stelle in der Dachkonstruktion sorgten dafür, dass die 13-Jährige zu gehörigen Einsatzzeiten kam. Willkommen in der Tropfsteinhalle am Europagymnasium.

Dass in der zweiten Halbzeit nahezu jeder Eintracht-Angriff durch die fälligen Unterbrechungen gebremst wurde, passte nur zu gut zum Spiel, an dessen Ende eigentlich nur die zwei SVE-Pluspunkte die Liste der positiven Aspekte bereicherten. "Wir haben in den ersten zehn Minuten die richtige Einstellung gefunden. Was danach kam, lässt sich mit Ausnahme der zwei Punkte nicht als Gewinn verbuchen", fasste Gommerns Trainer Dirk Heinrichs treffend zusammen.

Angesprochener Anfangsphase verdankte sein Team dann auch den Umstand, dass personell geschwächte Wittenberger zu keiner Zeit den Ausgleich oder gar eine Führung verbuchten. Durch konsequente Abwehrarbeit und begünstigt durch fehlende Körperlichkeit der Gäste legten die Hallenherren einen 4:0-Start vor (6.). Einen Vorgeschmack auf den weiteren Verlauf des Abends lieferten die Folgeminuten, in denen Wittenberg erst zum 3:4 verkürzte (10.), dann wieder mit 4:9 ins Hintertreffen geriet (16.) und beim 8:9 erneut in Schlagdistanz lag (20.). Was auf einen zuschauerfreundlichen Schlagabtausch hindeutete, war aber in Wirklichkeit künstliche Spannung, welche die Eintracht durch enorme Leistungsschwankungen in Abwehr und Angriff selbst anfachte. "Wenn es knapp wurde, waren die Emotionen da, die wir in unserem Spiel so dringend benötigen. Wenn wir wieder auf drei, vier Tore enteilt waren, sind wir regelrecht eingeschlafen", stellte Heinrichs fest.

Dass die Gommeraner halbzeitübergreifend nur das Nötigste taten, schlug sich auch auf die Stimmung in der Halle nieder, die sich weitgehend den Außentemperaturen anpasste. Unaufgeregt verfolgte das Publikum eine zweite Hälfte, in der die Gastgeber ihren Vorsprung verwalteten, Wittenberg vorwiegend durch Strafwürfe im Spiel blieb und die durch die häufigen Wisch-Unterbrechungen kaum an Unterhaltungswert gewann.

Bei aller Kritik am unterkühlten Gommeraner Auftritt stand jedoch am Ende neben dem Heimsieg auch die Tatsache, dass die junge Mannschaft nie die Kontrolle über das Spiel hergegeben hatte - trotz der fehlenden Routine, die der Trainer nicht zum ersten Mal feststellen musste: "Uns fehlt noch der Schalter, den wir umlegen müssen, bevor es zu kritischen Situationen kommt." Im Gastspiel beim ungleich erfahreneren BSV 93 Magdeburg am Sonnabend, 15. Februar, wird es also vornehmlich darum gehen, Einstellung und Spannung über 60 Minuten beizubehalten. Pauline Stallmann wird dann aus der Ferne sicher die Daumen drücken.

SV Eintracht Gommern: Hartung, Salm - Eckhardt (8), Schröder, Hennig, Böttcher (5), Kaffenberger, Kaese (8), Herrmann (4), Schmidt (3), Bomke (1), Lindner (1)

HBC Wittenberg: Nater - Wald (1), Hildebrandt (5), Lindner (8), Giese (8), Schröder, Schering (2), Kraatz (1)

Siebenmeter: SVE 7/5 - HBC 10/6; Zeitstrafen: SVE 4 - HBC 5