Es wäre den Handballern des SV Eintracht Gommern leichter gefallen, die gestrige 26:27 (14:14)-Niederlage beim BSV 93 Magdeburg zu akzeptieren, wären sie sportlich unterlegen gewesen. Doch am Ende eines emotional geführten Sachsen-Anhalt-Liga-Spiels standen jene im Mittelpunkt, die es nach landläufiger Meinung nicht sollten: die Unparteiischen.

Magdeburg/Gommern l Neun Sekunden zeigte die Uhr in der Sporthalle des Einstein-Gymnasiums noch an, als kein mitgereister Gommeraner die Handball-Welt in Magdeburg-Olvenstedt mehr verstehen konnte, geschweige denn wollte. Der Kontakt im letzten Eintracht-Angriff des Spiels zwischen Jens Schmidt und seinem Gegenspieler vom BSV war offensichtlich, die Diskussion über die Bewertung der Szene dagegen abendfüllend. Weil der SVE-Kreisspieler nach Ansicht der beiden Referees Dirk Lugoboni/Klaus-Dieter Wolf (Glinder HV/Post Magdeburg) übermäßige Theatralik an den Tag legte, entschied das Gespann auf Freiwurf für den BSV. Die Chance für Gommern, doch noch auszugleichen nachdem zuvor auch die Gastgeber wegen Zeitspiels die Entscheidung verpasst hatten, war dahin und die siebte Saisonniederlage besiegelt.

Eine Bewertung "Fehlentscheidung - ja oder nein" verbat sich von selbst. In jedem Fall bot der Pfiff jedoch viel Zündstoff, da er angesichts von Spielstand und Restzeit gravierend mit Blick auf den Ausgang der Partie war. Diese hatte aus neu- traler Sicht nämlich kaum einen Sieger verdient gehabt. Zu ausgeglichen präsentierten sich die beiden Teams mit ihrer ähnlichen Spielanlage in den 60 Minuten, die geprägt waren von Kampf, Emotionen und hoher Fehlerquote. Vom Anwurf an wechselte die Führung hin und her, wobei über die Stationen 3:3 (5.), 5:5 (10.) und 9:9 (20.) der 14:14-Halbzeitstand so logisch wie gerecht erschien. Im Fokus standen wie erwartet die jeweiligen Rückraum-Shooter. Während Falko Nowak und John Bade die Hauptlast im Magdeburger Angriff trugen, waren es bei der Eintracht vorwiegend Gordon Kaffenberger und Stephan Lindner.

Nachdem die Gäste sogar zum 24:21 (51.) vorgelegt hatten, deutete vieles auf eine Revanche für die 25:31-Hinspielpleite hin. Doch in der Folge ließ sich das Team von der allgemeinen Hektik, die in einer Zeitstrafe gegen die SVE-Bank gipfelte (56.), verunsichern. Coach Dirk Heinrichs schätzte ein: "Das Selbstbewusstsein, das wir uns 50 Minuten lang als die aus meiner Sicht spielerisch bessere Mannschaft erarbeitet haben, ist dann weg." Es vor dem kommenden Heimspiel gegen den HV Wernigerode wiederzugewinnen, dürfte die schwerste Aufgabe der anstehenden Trainingswoche werden.

BSV 93 Magdeburg: Kleineidam - Nowak (10/3), Auerbach, Grüneberg (1), Zengerling, Hanke (2), Ordnung (1), Heimicke, Bade (7), Kamm (1), Völkel, Kirsten (3)

SV Eintracht Gommern: Salm, Hartung - Eckhardt, D. Einwiller (2), Schröder, Schäde (3), Böttcher (1), Kaffenberger (7), Kaese (3), Herrmann (2), Schmidt (3), Bomke, Lindner (6), Sindermann

Siebenmeter: BSV 5/3 - SVE 0; Zeitstrafen: BSV 7 - SVE 11; Rot: Sven Herrmann (54. 3x2 Minuten), Jens Schmidt (60.; 3x2 Minuten) -beide Gommern