Hettstedt/Biederitz (bjr) l Die Beziehung zum eigenen Glück war aus Sicht des DJK TTV Biederitz in der Vergangenheit nicht immer knitterfrei. Oft hat der Tischtennis-Oberligist gehadert: mit verspielten Führungen, verpassten Gelegenheiten, verschenkten Punkten. Insofern erfuhr das Team am Sonnabend große Genugtuung, als Zbigniew Kaczmarek und Mathias Dietrich durch einen 3:1-Sieg im Abschlussdoppel den 9:7-Auswärtserfolg beim MSV Hettstedt perfekt machten. Trotz der ausgeglichenen Bilanz von 30:30-Sätzen stand für den Ehle-Sechser nach dem letzten Ballwechsel eine Sache fest: Mit einer reinen Glückssache hatte der Sieg im Sachsen-Anhalt-Derby nun so wirklich gar nichts gemein. "Wir haben ihn uns erarbeitet", stellte Kapitän Marcus Schmidt klar.

Die Belege dafür lieferte die Mannschaft dann auch als Ganzes. Nachdem Kaczmarek/Dietrich und Michél Görner/Schmidt für die wichtige 2:1-Führung nach den Doppeln gesorgt hatten, ruhte sich Biederitz in der ersten Einzelrunde nicht darauf aus. Mit Eric Osbar und der "Aushilfe" Julian Franz steuerten in ihren Matches jene beiden Spieler Punkte bei, von denen man es nach dem glatten 0:3 im Eröffnungsdoppel am wenigsten erwartet hatte. Natürlich zur Freude vom Teamkapitän: "Eric spielt in den vergangenen Wochen ein unglaublich gutes Tischtennis auf starkem Niveau. Für ihn hat es mich genauso gefreut wie für Julian, der unerwarteterweise seinen ersten Oberliga-Sieg überhaupt eingefahren hat." Dass der Fünf-Satz-Sieg des Youngsters aus dem Biederitzer Verbandsliga-Kader gegen Eric Hess ein enorm wichtiger war, sollte sich später herausstellen.

Ohnehin war am Sonnabend die Nervenstärke des DJK TTV augenscheinlich. Schmidt: "Ich erinnere mich immer noch ungern an das Spiel in Mühlhausen vor zwei Wochen, als mir ein Vorsprung von 8:1-Punkten noch entglitten ist. Daher ist es natürlich umso schöner, dass wir diesmal das Momentum auf unserer Seite hatten." Sprach`s und erkämpfte durch das 3:2 gegen Hess ebenso wie zuvor Görner (3:1 gegen Christian Roß) einen wichtigen Spielpunkt.

Auch weil Kaczmarek im Spitzeneinzel gegen Viktors Sirokijs (3:0) seine weiße Weste wahrte, ging es mit einem Biederitzer 8:7-Vorsprung ins entscheidende Duell der beiden ligaweit stärksten Doppelpaarungen. An der Seite des Polen fand auch Dietrich, der in beiden Einzeln mehr an sich selbst als an den Gegnern gescheitert war, zu gewohnter Stärke. Nebenbei festigte das Duo Platz eins in der Oberliga-Doppelrangliste und fügte den Hettstedtern Sirokijs/Robert Roß deren erste Niederlage bei. Wer da noch von einer Glückssache sprach, dem war nun wirklich nicht mehr zu helfen.

Biederitz: Kaczmarek (3), Dietrich (1), Osbar (1), Görner (1,5), Schmidt (1,5), Franz (1)