Die Schach-Bezirksoberliga Nord präsentiert sich in diesem Jahr ausgeglichener denn je. Zwischen Spitzentrio und Abstiegsrängen liegen magere zwei Punkte. Mittendrin: die zweite und dritte Mannschaft des Burger Schachclubs, die am 6. Spieltag ganz unterschiedlich abschnitten.

Burg (jst/bjr) l Die zweite Mannschaft hatte vor dem Duell gegen Flechtingen Glück im Unglück: Zwar wurden den Burgern wegen falscher Besetzung der Bretter am 5. Spieltag nachträglich noch etliche Punkte abgezogen, da die Partie gegen Kalbe/Milde ohnehin verloren ging, blieben die Auswirkungen überschaubar.

Flechtinger SV I -

Burger SC II 2,5:5,5

"Weltenbummler" Jens Hegemann sorgte für echte Verstärkung und den beflügelnden Auftakt der Gastgeber: Er überrollte die feindliche Königsstellung und machte kurzen Prozess. Angesichts seines Isolani (isolierter Bauer) willigte Andreas Winkler früh ins Remis ein, zumal er noch nicht rochiert hatte. Gerhard Berger fand plötzlich kaum noch gute Züge und wurde in seiner eigenen Variante nach klassischem Läuferopfer auf h7 schon im zwölften Zug matt gesetzt. Jan Strzyzewskis Gegner glaubte, Springer-Läufer-Tausch händeln zu können. Dabei entging ihm aber, dass Figurenverlust drohte. Als er dazu noch die Damen abtauschte, erleichterte dies den Sieg des Burgers.

Klaus Nielebock widerlegte ein gewagtes Flechtinger Turm- opfer und wickelte danach rigoros ab. Einem Ansturm sah sich Dr. Georg Libner ausgesetzt. Er gab die Qualität für seinen König und war mit einem Bauern weniger chancenlos. Helga Mickmann agierte mit Übersicht, hätte sogar das Läuferpaar für den Turm bekommen können und siegte am Ende nach Zeit. Torsten Dallmann drängte den Gegner bis zur Grundreihe und beorderte den zweiten Turm zum Königsflügel statt auch auf Reihe 7. Dies führte prompt zu etwas Gegenspiel, doch umgehend eliminierte seine Läufer-Turm-Batterie zwei Königsbauern, bis letztlich sein Läufer den Turm aufspießte. Ein überzeugender Mannschaftserfolg.

Burger SC II: Nielebock 1, G. Berger, Dr. Libner, Winkler 0.5, Mickmann 1, Strzyzewski 1, Dallmann 1, Hegemann 1

SV 90 Havelberg -

Burger SC III 5:3

Burgs Dritte spielte mit einem Mann weniger. Der Ausfall erwies sich im engen Abstiegskampf als fatal. Denn die Tabellensituation ist heikel: Den Dritten trennen nur zwei Punkte vom Vorletzten, die Burger als Siebte liegen punktgleich mit dem Vorletzten vom SV 90 Havelberg.

Ingo Kuhles Opfervariante wurde abgewehrt, was ihn Material kostete. Vom Feind umringt, kapitulierte Kuhles König in der Brettmitte. Am starken Brett eins gab Karl Friedrich sein Bestes, übersah aber eine Feinheit und büßte die Qualität ein. Dennoch kam er in eine günstige Lage, als der andere König kein sicheres Plätzchen fand. Jedoch schätzte Friedrich seine Stellung als schlechter ein und fand keine zündende Idee. So gelangte der andere König noch ins Sichere, bis die Qualität obsiegte. Hartmut Lemm folgte der Devise "was man hat, hat man". So konnte er ungestraft einen Läufer schlagen, da Familienschach gefolgt wäre. Das Endspiel Dame gegen Turm war Formsache. Mittels Turmopfer beseitigte Thomas Büchner wichtige Königsbauern des Gegners. Dessen Figuren standen sich am anderen Flügel im Weg und waren gegen Dame-Springer-Attacke machtlos.

Bei Raumvorteil erbeutete Felix Schenk zwei Bauern. Der Gegner befreite sich aber mit Aussicht auf Angriff. In wachsender Zeitnot stellte der Burger den Läufer ein - bis sein Blättchen fiel. Helmuth Geisler hielt die Partie lange offen, doch hatte Mühe, seine Steine von Deckungspflichten zu entheben, um eigene Pläne umzusetzen. Da Burg zurücklag, lehnte er das Remis-Angebot ab und verlor auch nach Zeit. Die letzte Partie konnte Armin Hoffmann nach widrigem Verlauf gewinnen, weil sein Gegenüber eine Figur einstellte.

Burger SC III: Friedrich, A. Hoffmann 1, Kuhle, Büchner 1, Geisler, Schenk, Lemm 1