Dessau/Gommern l Dass Dirk Heinrichs gestern für Besuche unempfänglich war und das Bett im heimischen Staßfurt am liebsten nicht verlassen hätte, lag weniger mit der 31:35 (15:19)-Niederlage seiner Handballer vom SV Eintracht Gommern bei der SG Kühnau vom Samstagabend. Vielmehr hatte eine hartnäckige Erkältung den Trainer des Sachsen-Anhalt-Ligisten außer Gefecht gesetzt.

Angesichts von Schnupfennase und erhöhter Körpertemperatur mag manche Aussage zum Spiel des Vorabends resignierter geklungen haben als sie gemeint war. Andererseits lieferte der Auftritt seiner Sieben im Aufsteigerduell in den seltensten Momenten Spielraum für Schönfärberei. "Fehlerquelle Nummer eins war unser Angriffsspiel in den ersten zehn Minuten. Dadurch sind wir eigentlich einem konstanten Rückstand hinterhergelaufen."

In besagter Anfangsphase lief offensiv tatsächlich wenig zusammen. Reihenweise scheiterten die Eintracht-Spieler mit ihren Abschlüssen. Kühnau bestrafte Fehlwürfe mit konsequentem Umkehrspiel und erschrak wohl selbst ein wenig vor dem Umstand, wie schnell die 8:3-Führung herausgeworfen wurde. In der Folge fingen sich die Gäste wieder und schlossen mit genaueren Würfen zum 10:11 (20.) auf. "Doch dann versäumen wir es, uns zu belohnen", erklärte der Coach die Tatsache, dass der Ausgleich oder gar die Übernahme der Führung ausblieb. Stattdessen stellten die Gastgeber mit der Pausensirene den alten Vier-Tore-Abstand wieder her.

Im zweiten Durchgang knüpften beide Mannschaften nahtlos an das Geschehen der ersten Hälfte an. "Man hat gesehen, dass sich zwei Teams auf Augenhöhe begegnet sind, die beide ihre Schwierigkeiten hatten, gegen die gegnerische Deckung anzukommen", fasste der Trainer zusammen. Besser lösten es letztlich die Hausherren, die sich nur noch beim eigenen 33:30 (55.) einen kurzen Wackler leisteten. Als sich die Chance für die Eintracht noch einmal bot, schlug wiederum das Abschlusspech zu und einige Würfe landeten am Pfosten oder waren zu hoch angesetzt.

Wo die Ursachen für die Niederlage vom Wochenende angesichts der 22 Fehlwürfe, zwei vergebenen Siebenmeter und zwölf technischen Fehler zu suchen waren, dürfte aus Gommeraner Sicht ebenso klar sein wie die Ausgangslage vor dem nächsten Spiel: Am kommenden Sonnabend reist der SVE als krasser Außenseiter zum Tabellenführer TSG Calbe.

Gommern: Hartung, Salm - Eckhardt (6/2), Schmidt (3/2), Kaese (1/1), Bomke (3), Kaffenberger (4), D. Einwiller (4), Herrmann (3), Lindner (5), Schröder (1), Böttcher (1)