Magdeburg/Burg (rte/ahf) l Nach zehn Siegen in Serie unterlagen die Handballer der SG Fortschritt Burg erstmals wieder einer Mannschaft in der 1. Nordliga. Beim Angstgegner Post SV Magdeburg II verließen die Burger nach der 21:26 (11:12)-Niederlage enttäuscht das Parkett. Zu einer schlechten Angriffsleistung und vielen Konzentrationsschwächen der Ihlestädter gesellte sich auch noch Unmut über die Schiedsrichterleistung.

"Als wir im Begriff waren, bei der eigenen 15:14-Führung das Spiel erfolgreich für uns zu gestalten, fingen die bis dahin schon auffälligen Unparteiischen an, noch offensichtlicher zu unseren Ungunsten zu entscheiden. Wir haben uns davon anstecken lassen und so komplett den Faden verloren", resümierte ein enttäuschter und zugleich unzufriedener Fortschritt-Coach Hendrik Kurth nach dem Spiel.

Ersatzgeschwächt angetreten, verlief die Anfangsphase für die Gäste katastrophal. Die Burger fanden im Angriff gegen die durchaus körperlich unterlegenen Landeshauptstädter kein Mittel und brachten den Gegner mit vielen Fehlern ins Spiel. Folgerichtig lag die SG-Sieben nach wenigen Minuten mit 1:5 in Rückstand. Danach kamen die Kurth-Schützlinge besser in die Partie, nutzten ihre körperlichen Vorteile aus und holten Tor um Tor auf. Beim 5:5 erreichten die Ihlestädter so auch Gleichwertigkeit.

Zu viele technische Fehler

Doch die Wende zu Gunsten der Burger blieb aus. Immer wieder konterte der Post SV die eher trägen Gäste aus. Logische Folge war die erneute 8:5-Führung der Gastgeber. Bis zur Halbzeit immer wieder das gleiche Bild: Burg strahlte zwar aus dem Rückraum Torgefahr aus, leistete sich aber zu viele technische Fehler, welche die Magdeburger in Konter ummünzten. Im Positionsangriff kamen die Gastgeber selten gegen die gute SG-Abwehr an. Da aber nach gefühltem fünf minütigen Post-Angriff der Unmut über das nicht geahndete Zeitspiel wuchs, leisteten sich die Gäste auch in der Abwehr Fehler. So ging es mit einem 11:12-Rückstand in die Kabinen.

Die Pausenansprache zeigte die erhoffte Wirkung: Die SG-Sieben wirkte nach Wiederanpfiff hellwach, glich erst aus und erzielte dann sogar die 15:14-Führung. Doch anstatt den Fokus weiter auf die eigenen Stärken zu legen, fanden sich die Ihlestädter vermehrt auf der Bank wieder. Aus Sicht der Gäste ahndeten die Schiedsrichter gleichwertige Fouls unterschiedlich und so wuchs der Unmut der Fortschritt-Sieben. Die jungen Magdeburger nutzten die Überzahlsituationen und übernahmen mit 18:15 die Führung. Nach der dritten Zeitstrafe und der resultierenden Roten Karte für Florian Herrmann war die Niederlage besiegelt (46.). Zwar kämpften die restlichen Akteure bis zum Schluss, doch am Ausgang der Partie änderte dies nichts.

"Solche Spiele sind immer ärgerlich, aber an diesem Tag hätten wir noch Stunden weiter spielen können und nicht gewonnen", so Kurth enttäuscht. Jetzt heißt es für Burg, in den verbleibenden vier Saisonspielen noch einmal alles zu geben, um Platz zwei in der Tabelle zu verteidigen.

Fortschritt Burg: Bünger - Katillus (1), Herrmann (1), Barkholz (1), Sommerfeld (4/1), Wöhe (5), Scholz (5), Weigel (2/1), Wucherpfennig (1)

Siebenmeter: Post MD 4/4 - 3/2 Burg; Zeitstrafen: Post 4 - 6 Burg; Rot: Herrmann (3x2 Minuten, Burg)