Güsen/Gommern (vwo/ahf) l "Nach dem Derby ist vor dem Derby" gilt für die Landesklasse-Fußballer des SV Eintracht Gommern (15.) morgen ab 15 Uhr. Dann gastiert die Elf von Trainer Thomas Wilke beim SV Germania Güsen (9.). Von der momentanen Tabellensituation wollen sich die Gastgeber nicht blenden lassen, auch für sie geht es nach wie vor um den Klassenerhalt.

Doch die ganz großen Sorgenfalten muss Güsen-Trainer Hartmut Kober nicht mehr auf der Stirn haben. Nimmt man sich die Rückrundentabelle zur Hand, grüßt die Germania bei nur einer Niederlage aus fünf Partien von Rang zwei. Doch obwohl Kobers Mannschaft momentan einen "guten Lauf und viel Selbstvertrauen getankt hat", warnt der Trainer dennoch vor zuviel Übermut: "Wir werden Gommern mit Sicherheit nicht unterschätzen. Natürlich stehen wir auf einem einstelligen Tabellenplatz, aber der Klassenerhalt ist noch nicht gesichert. Für uns geht es noch genauso um den Ligaverbleib wie für die Gäste."

Doch Güsen hat sich ganz offenbar eingespielt. In den vorangegangenen beiden Partien gegen Nedlitz (2:0) und Santersleben (3:0) zeigte sich die Defensive um Toni Lamprecht und Kapitän Robert Schüßler sehr stabil, ließ keinen Gegentreffer zu. Auch offensiv glänzten die Hausherren zuletzt. Mit 18 Treffern erzielte die "Abteilung Attacke" des SV Germania bereits zum jetzigen Zeitpunkt annähernd so viele Tore wie in der gesamten Hinrunde (22). "Wir wollen auch im Derby so spielen wie zuletzt: Aus einer sicheren Defensive heraus aufbauen und unsere Chancen nutzen. Aber wir müssen von Beginn an hellwach sein", mahnt Kober, der bei seiner Elf trotz der zuletzt guten Leistungen noch Luft nach oben sieht.

Das Hinspiel ging allerdings mit 5:0 ganz klar an den SV Germania. Doch diese Tatsache zählt für den Germania-Trainer nicht: "Dieses Ergebnis sollte raus aus den Köpfen. Gommern hat viele neue Spieler, ist nun eine vollkommen andere Mannschaft."

Anders als sein Kollege wird Wilke sicherlich ein paar Sorgenfalten im Gesicht haben. Für die Eintracht ist die Lage nach der 1:3-Niederlage gegen Niegripp noch angespannter als zuvor. Mit 16 Punkten steht die Gommeraner Elf auf Rang 15 und damit auf einem Abstiegsplatz. Vier Zähler sind es bis zum rettenden Ufer, das momentan der FC Zukunft inne hat.

Was den Gästen aber möglicherweise Mut macht, ist die Tatsache, dass einem schlechten Spiel zuletzt immer eine bessere Leistung folgte. Die Derbyniederlage vor der Wochenfrist zählte sicherlich nicht zu den besten Partien der Ehlestädter. Dennoch braucht es im Abstiegskampf Konstanz, und die fehlte dem SVE zuletzt, auch wenn sie sich in fast allen Belangen in der zweiten Halbserie gesteigert haben.

Allerdings ist die Personal- situation bei den Gästen ebenso angespannt wie die Lage in der Tabelle. Neben den Langzeitverletzten Tillmann Roos und Björn Wehling stehen noch einige Fragezeichen hinter den Einsätzen von Marko Kuhle, Andre Wittpahl sowie Chrisitan Steinke. Auch in dieser Angelegenheit kann Güsens Trainer deutlich entspannter sein. Kober werden morgen Nachmittag voraussichtlich lediglich Torsten Linnecke und Sebastian Huth nicht zur Verfügung stehen.