Magdeburg/Gommern l Auch wenn es nicht ganz zum Coup am Freitagabend reichte, die Handballer des SV Eintracht Gommern zogen sich trotz der 27:30 (13:14)-Niederlage beim Tabellenvierten der Sachsen-Anhalt-Liga, dem HSV Magdeburg, achtbar aus der Affäre.

"Ein Bild das Bände spricht", meinte SVE-Trainer Dirk Heinrichs mit Blickrichtung zu Kevin Bomke, Robert Kaese und Alexander Schäde, die nach der Partie mit hängenden Köpfen auf der Bank saßen. Dabei hatten die gut 30 mitgereisten Eintracht-Fans eine Mannschaft gesehen, die über weite Strecken den Ton angab und trotz eines Arbeitstages in den Knochen hohes Tempo ging.

Die Gastgeber benötigten einige Minuten, ehe auch sie in der Partie waren (2:2 nach sechs Minuten). Nach toller Anfangsphase führte die Eintracht verdient, vergab in der Folge aber einfache Würfe oder scheiterte am Schlussmann. Und auch wenn SVE-Coach Heinrichs seiner Mannschaft nach dem Spiel keinen Vorwurf machen wollte, etwas mehr Treffsicherheit hätte den Gästen vielleicht das Hadern mit der Schiedsrichter-Leistung erspart. "Immer wenn die Unparteiischen das Spiel laufen ließen, gingen wir in Führung. Danach wurde mit zweierlei Maß gemessen und der HSV kam wieder heran", empfand der SVE-Trainer.

Allerdings schlugen die Gastgeber kaum Profit aus den Entscheidungen der Unparteiischen. Das lag unter anderem auch an der sehr guten Arbeit des SVE-Innenblocks um Sven Herrmann und Jens Schmidt, der ab der zwölften Minute die Manndeckung von Michael Jahns übernahm. Und wenn weder Herrmann im Block noch Schmidt im Eins-gegen-Eins die Würfe aus dem HSV-Rückraum unterbinden konnten, war Julian Hartung zwischen den Pfosten zur Stelle. Dennoch netzte Michael Jahns insgesamt elfmal ein.

Vier Minuten vor der Pausensirene führten die Landeshauptstädter mit 13:9, Gommern musste sich in Unterzahl behaupten. Doch die Gäste verschärften noch einmal das Tempo und kämpften sich zum 13:14 heran.

Ebenso furios wie der SVE den ersten Durchgang beendete, legte er nach der Pause los. Erst traf Schmidt zum 14:14-Ausgleich, dann gingen die Gäste durch Sven Herrmann in Führung. Dabei blieb es auch bis zehn Minuten vor dem Ende. Gommern legte immer einen oder gar zwei Treffer vor, der HSV blieb in einer temporeichen Begegnung dran. Schwer zu sagen, was dann geschah. Ob es der Wechsel auf der Torhüterposition bei den Gastgebern war oder die Eintracht dem Tempo sowie der ungewohnten Anwurfzeit Tribut zollte, doch die Ehlestädter vertändelten ihre Angriffe oder brachten den Ball einfach nicht im Tor unter. Sinnbildlich dafür eine Szene in der 51. Minute: Der eingewechselte HSV-Keeper Matthias Wiesner parierte nicht nur den ersten Versuch der Gäste, sondern auch beide Nachwürfe. In den verbliebenen Minuten bäumten sich die Gommeraner noch einmal auf, doch die Landeshauptstädter nutzten in der Schlussphase jede Möglichkeit. In der 53. Minute dann der Genickbruch: Der HSV glich zum 25:25 aus und erzielte drei unerwiderte Treffer in Folge. Die Führung gaben die Gastgeber bis zum Ende nicht mehr aus der Hand.

Auch wenn die Enttäuschung auf Seiten der Gommeraner ob der Niederlage bei gleichzeitig guter Leistung natürlich groß war, machte Heinrichs seiner Sieben keinen Vorwurf: "Wir wurden für unsere Leistung heute leider nicht belohnt. Aber ich denke, meine Mannschaft hat gezeigt, wozu sie im Stande ist. Die Punkte wurden heute nicht gerecht verteilt, aber wir haben gezeigt, dass wir kein Aufsteiger mehr sind, sondern ein ernstzunehmender Gegner und haben Kampfgeist bewiesen."

HSV Magdeburg: Wiesner, Gleß - Schulz, Krüger (2), Brunsendorf (5), Keiser, A. Jahns (2), Krug, M. Jahns (11/3), Leo, Krämer, Marquardt, Poek (7)

Eintracht Gommern: Hartung, Salm - Eckhardt (2/1), D. Einwiller, Schröder, Schäde (1), Böttcher (3), Kaffenberger (5), Kaese (2), Herrmann (5), Schmidt (5), Bomke (1), Lindner (2)

Siebenmeter: HSV 3/3 - 3/1 SVE; Zeitstrafen: HSV 2 - 4 SVE