Ganz gleich, ob sich der geneigte Läufer den grasbewachsenen Hügel hinaufquält oder den Weg über die Treppenstufen wählt - der Anstieg am Rodelburg beim namensgebenden Wahrzeichen bleibt die große Herausforderung des Burger Bismarckturmlaufs. So auch bei der neunten Auflage vom Sonntag, die 279 Starter auf vier Strecken in Angriff nahmen.

Burg (bjr/ahf/gsc) l Zwischen all den gequälten Gesichtern, die auf dem "Gipfelchen" begrüßt wurden, gab es auch das Kontrastprogramm: Leichtfüßig und mit einem Lächeln bahnte sich Silke Zimmermann den Weg nach oben. Ganz vorn war die Burger Ihleläuferin schließlich bereits. Ob sie dabei die Anstrengungen einfach weglächelte oder ihr die 30 Höhenmeter bei knackiger Steigung einfach nur ebenso wenig ausmachten wie eine längere Verletzungspause im Vorfeld oder der Lauf über knapp 24 Kilometer am Vortag - Zimmermann war zu gleichen Teilen happy und schnell. Über die 6,6-Kilometer-Distanz sicherte sie sich Gesamtplatz drei und bescherte der Burger Laufgruppe den erhofften Gastgebersieg.

Vor ihr hatte bereits Marc Marquardt den Hügel erklommen. Der gebürtige Burger, aktuell in Berlin heimisch, machte über die mittlere Distanz seinen persönlichen Hattrick perfekt, gewann zum dritten Mal in Folge beim Lauf in der alten Heimat.

Als die beiden Hauptstarterfelder über 6,6 und 10,6 Kilometer von den beiden Schirmherren, dem Burger Bürgermeister Jörg Rehbaum sowie Landrat Steffen Burchhardt, auf die Strecke geschickt wurden, befand sich Erik Graper längst schon wieder im Zielbereich. Der Kanute vom SV Chemie Genthin, der im Vorjahr aufgrund paralleler Wettkampfverpflichtungen aussetzte, unterstrich mit seinem Sieg über die 2,6-Kilometer-Schülerstrecke das "Abo" der Kanalstädter auf Platz eins beim Bismarckturmlauf. "Hochachtung vor den Jüngsten. Auch sie mussten den Rodelberg hinauf, was als Meisterleistung zu sehen ist", zollte Ihleläufer-Chef Gerald Schmidt dem Nachwuchs größten Respekt.

Im Jahr des 200. Geburtstags des ersten deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck liefen bei Schmidt einmal mehr die organisatorischen Fäden zusammen. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Bismarckturm des Burger Heimatvereins und den beiden Sponsoren, der Volksbank Jerichower Land und den Burger Stadtwerken, stellten die Ihleläufer eine Veranstaltung auf die Beine, die in bester Tradition zu den Vorgängerauflagen stand. "Viele Teilnehmer haben sich lobend geäußert und ein Wiederkommen versprochen. Vor allem waren sie von den abwechslungsreichen und anspruchsvollen Passagen durch das Bürger Holz und rund um den Bismarckturm angetan", so Schmidt.

Bestens mit den Gegebenheiten vertraut waren mit Sebastian Anselm und Paul Weinmann auch die beiden schnellsten Einheimischen über die lange Strecke. Hatte der Genthiner Weinmann im Vorjahr noch knapp die Nase vor dem gebürtigem Burger vorn, verdrängte Anselm ihn diesmal um zehn Sekunden von Gesamtplatz zwei und in der Altersklassenwertung der M 20 über 10,6 Kilometer. Den überlegenen Sieg erlief sich mit dem Magdeburger Yves Löbel ein weiterer Dauer(b)renner und vertrautes Gesicht in der Läuferszene. "Ein bisschen schade war es, dass unter den Walkern ein ziemliches Desinteresse bestand", bedauerte Schmidt, der mit Frank Sonnabend nur einen Starter über die 6,57 Kilometer lange Strecke begrüßen konnte.

Besagter Umstand blieb jedoch der einzige Wermutstropfen des ansonsten rundum gelungenen Startschusses zur Laufsaison im Jerichower Land. "Ein großer Dank geht an alle Helfer, Sponsoren und Unterstützer, insbesondere dem PSV Burg um Manfred Giemsch für die unkomplizierte Nutzung des Vereinsgeländes und der Räumlichkeiten", richtete der Vorsitzende der Ihleläufer abschließend aus.

 

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