Güsen/Niegripp (bjr) l Christian Schönfeld hat im Kreispokal-Viertelfinale genau hingeschaut, Fabian Mlynek auch. Beide hatten am letzten März-Wochenende nicht nur ausreichend Zeit, da ihr Team, die SG Blau-Weiß Niegripp, bereits in der 1. Hauptrunde des Kreis- pokals die Segel streichen musste, sondern auch einen quasi-offiziellen Auftrag: Gegner scouten. Der verabschiedete sich in Person des SV Germania Güsen zwar mit 1:4 beim SV Union Heyrothsberge II aus dem Cup-Wettbewerb, doch der Eindruck, den neugierige Niegripper vor zwei Wochen mitnahmen, soll sich mit Blick auf den morgigen Nachmittag auszahlen. Dann gastiert ihr Team ab 15 Uhr zum fälligen "JL"-Derby in der Fußball-Landesklasse, Staffel II, beim Aufsteiger.

Eigentlich wollten auch die Gastgeber die Pokalpleite vor zwei Wochen unmittelbar nach dem Abpfiff aus der Erinnerung tilgen, mussten aber einsehen, dass dies nicht ohne Weiteres möglich war. "Die Niederlage in Heyrothsberge hat weh getan. Eine Lehre, die wir aus dem Spiel gezogen haben, war, dass wir weiter an Konzentration und Kondition arbeiten müssen. Daher haben wir über Ostern auch nicht die Füße hoch gelegt, sondern daran gearbeitet", rekapituliert SVG-Trainer Hartmut Kober. Einen positiven Aspekt konnte er dem Ausscheiden im Pokalwettbewerb übrigens doch abgewinnen: "So können wir uns voll und ganz auf den Nichtabstieg konzentrieren."

Selbiges Ziel haben sich auch die Blau-Weißen gesteckt. Das morgige Gastspiel beim aktuell zweitbesten Rückrundenteam sowie das kommende Heimspiel gegen den FC Zukunft Magdeburg erklärt SG-Coach Joachim Greisner dabei zu "Sechs-Punkte-Spielen": "Es würde uns sehr weit voranbringen, wenn wir in diesen beiden Partien punkten. Es gibt auch keinen Grund, ängstlich zu sein. Die Stimmung im Team ist hervorragend."

Dazu trägt auch bei, dass die Niegripper an diesem Wochenende über selten gekannte personelle Möglichkeiten verfügen. Thomas Böttcher und Marcus Schlüter stehen ebenso wie beide Torhüter wieder voll im Training, dazu weilt auch Student Paul Sandmann noch in der Heimat. "Natürlich wissen wir, dass unsere größte Baustelle im Angriff liegt. Wir haben von allen 16 Teams die wenigsten Tore erzielt", räumt Greisner ein.

Entsprechend ist die Aufgabe in Güsen nicht zu unterschätzen. Pokal-Aus hin oder her - der SVG hat mit zuletzt fünf Siegen aus sechs Spielen sein wahres Leistungsvermögen unter Beweis gestellt. Trotz allem zeigt sich der Aufsteiger geerdet: "Wir korrigieren jetzt nicht unsere Saisonziele. Vielmehr blicken wir von Spiel zu Spiel und sehen, was am Ende dabei herausspringt", so Kober.

Es fehlen: Torsten Linnecke, Eric Kopp (beide verletzt), Christian Vormeister, Robert Schüßler (beide fraglich) - Steven Zeuch (Auslandsaufenthalt); SR: Mario Sämisch (Karith); Hinspiel: 1:2