"Neue Saison, neuer Verein, neue Ziele." In knappen, prägnanten Worten informiert Karsten Pinno via Internetseite über einige der einschneidendsten Veränderungen seiner jüngeren Laufbahn. Sport- redakteur Björn Richter sprach mit dem 29-jährigen Gerwischer über die aktuelle Lauf- und Triathlonsaison und warum er nach elf Jahren die Burger "Ihleläufer" verließ, um sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Volksstimme: In den Ergebnislisten hiesiger Volksläufe sucht man derzeit vergebens nach dem Namen Karsten Pinno. Was tut er zur Zeit?

Karsten Pinno: Er überlegt, was er in dieser Saison tun soll (lacht). Nein, im Ernst: Eigentlich hatte ich das Jahr 2015 unter das Projekt gestellt, beim Hamburg-Marathon meine Bestzeit aus dem Vorjahr (2:37:13 Stunden; Anm.d.Red.) zu unterbieten. Zuletzt habe ich mich aber anderthalb Monate lang mit Oberschenkelproblemen herumgeplagt, was die Vorbereitung natürlich enorm erschwert. Bis zum Termin am 26. April vergehen nur noch eine Handvoll Tage.

Das Vorhaben gehen Sie dann unter neuer Flagge an. Ende 2014 haben Sie nach elf Jahren die "Ihleläufer" verlassen und sich dem SC Magdeburg, beziehungsweise dem "Triathlonteam RadMitte trimago" angeschlossen. Warum?

Ich erhoffe mir, sportlich weiter zu kommen. Derzeit trainiere ich hauptsächlich mit den "trimagos" für die Triathlonsaison. Ich finde in beiden Vereinen Leute vor, die ähnlich wie ich ticken. Dass ich nicht mehr für die "Ihleläufer" starte, hat persönliche Gründe, die ich aber nicht in der Öffentlichkeit thematisiere.

Welche Ziele haben Sie sich für die Saison gesteckt?

Nach dem Hamburg-Marathon werde ich mich vorrangig auf den Duathlon konzentrieren. Das große Highlight in diesem Jahr wird schließlich der "Ironman" im schwedischen Kalmar im August. In Vorbereitung darauf gibt es einen Fahrplan, den ich einhalten möchte. Im Training werde ich dann vor allem den Schwerpunkt aufs Schwimmen legen, wo noch einige Defizite bei mir liegen.

Der "Ironman", gilt als Triathlon der extremen Sorte. Was reizt Sie an der Vorstellung, am Stück vier Kilometer zu schwimmen, 180 Kilometern Rad zu fahren und einen abschließenden Marathon zu absolvieren?

Im Laufen habe ich so gut wie alle persönlichen Ziele erreicht. Ich könnte mir immer weiter vornehmen, meine Bestzeit zu verbessern, aber auf langfristige Sicht würde das wenig Spaß mit sich bringen. Ich versuche daher, mir noch einmal ganz neue Reize zu schaffen. Beim "Ironman"-Triathlon spielen viele Dinge eine wichtige Rolle: Der Kopf, die Ernährung, es muss einfach alles passen. Dazu kommt der Faktor Zeit. Beim Vorhaben, einen Marathon unter 2:40 Stunden zu absolvieren, sprechen wir von einem überschaubaren Rahmen. Angesichts der Vorstellung, zuvor bereits weit über vier Stunden auf dem Rad gesessen zu haben und 3,8 Kilometer geschwommen zu sein, wird schnell klar, woher die Faszination rührt. Dazu kommt, dass ich schon immer gern einmal nach Schweden wollte.

Zumindest im mittelfränkischen Roth, bei der dortigen "Challenge" über die Lang- distanz, waren Sie aber schon einmal.

In den Jahren 2009 und 2010 bin ich jeweils auf der Radstrecke eingebrochen. Beim Laufen ging dann gar nichts mehr.

Wie läuft die Vorbereitung auf so eine Herausforderung ab?

Ich habe mit einem einwöchigen Trainingslager auf Mallorca angefangen, als kürzlich vorerst alle Prüfungen an der Uni geschrieben waren. Insgesamt kann man von einer Vorbereitungszeit von einem halben bis Dreivierteljahr ausgehen, in der bei mir erst einmal vor allem der Schwerpunkt auf dem Radtraining liegt.

Für den Tangermünder Elbdeich-Marathon, den Sie 2013 gewonnen haben, sind sie am Sonntag dennoch gemeldet.

Ursprüngliches Vorhaben war, für einen Freund über die Marathondistanz Tempo zu machen. Das haben wir aber verworfen, da mir Hamburg wichtiger ist. Ich gehe heute Abend (am gestrigen Freitag, Anm.d.Red.) noch eine Runde laufen und überlege mir dabei, was ich tun werde. Dann melde ich mich entweder für einen schnellen "Zehner" oder mittelschnellen "Halben" um. Oder ich bleibe doch beim Marathon (lacht).