Güsen/Niegripp l Mit einem Treffer in letzter Minute sicherte sich die SG Blau-Weiß Niegripp im Derby der Fußball-Landesklasse den 2:1 (0:0)-Auswärtssieg über Germania Güsen. Während die beiden Toptorjäger der jeweiligen Teams, Christian Vormeister und Paul Sandmann, einmal trafen, war es Joker Bill Jentzsch, der für die Gäste stach.

Eine Stunde lang passierte gar nichts, dafür fielen dann noch drei Tore bis zum Abpfiff. Zwar starteten die Gastgeber recht gut in die Partie und schnürten Niegripp regelrecht in ihrer Hälfte ein. Ein Treffer gelang den Güsenern jedoch nicht. Den Gästen machte nicht nur das gute Pressing der Germania-Elf, welches sich aber auch stets am Rande der Legalität bewegte, zu schaffen. Auch der Wind war ein Grund, warum sich die Niegripper in den ersten 45 Minuten kaum in Szene setzten: "Unser Plan war es, die erste Halbzeit irgendwie zu überstehen und nach dem Seitenwechsel unsere Vorteile aus dem Rückenwind zu ziehen", so Niegripps Trainer Joachim Greisner. Dass die SG den ersten Durchgang schadlos überstand, wunderte den Trainer aber schon.

Nach der Pause und mit dem Wind aus der richtigen Richtung wurde die SG stärker. "Wir haben den Druck erhöht und auch mal lange Bälle nach vorn geschlagen", so Greisner. Die Niegripper Lebensversicherung Paul Sandmann verwertete einen solchen Steilpass in der 61. Minute zur 1:0-Führung.

Güsens Toptorjäger Christian Vormeister glich in der 83. Minute aus. "Da war ich schon sehr erleichtert. Ein Unentschieden wäre eigentlich verdient gewesen, weil es eine insgesamt sehr ausgeglichene Partie war", schilderte Güsens Coach Hartmut Kober seine Gefühle nach dem Treffer zum 1:1. Doch wie so oft in dieser Spielzeit, verpassten es die Gastgeber sich für ein ebenbürtiges Spiel auch zu belohnen. Wieder einmal musste die Germania-Elf den entscheidenden Treffer in der Schlussphase einer Partie hinnehmen.

Diesmal war es der zuvor eingewechselte Bill Jentzsch, der den Gastgebern den sicher geglaubten Punktgewinn streitig machte. Nach 75 Minuten eingewechselt stach der Joker eine Viertelstunde später quasi mit dem Abpfiff. SG-Coach Greisner freute sich verständlicherweise: "Bill war lange arbeitsbedingt nicht mehr im Training. Für die gesamte Spielzeit fehlte ihm noch die Puste, aber man freut sich natürlich, wenn man Alternativen auf der Reservebank sitzen hat."

Auf der anderen Seite konnte Trainer Kober nur den Kopf schütteln: "Wieder einmal geben wir Punkte in der Schlussphase aus der Hand. Ich sage immer wieder, dass wir die Konzentration bis zum Abpfiff hochhalten müssen. Wir haben zwei individuelle Fehler gemacht, die zu den Toren geführt haben. Andererseits hatte Niegripp heute einfach mehr Biss."

Während für die Gastgeber eine Siegesserie von fünf Spielen zuende ging, kletterte Niegripp auf Rang elf und hat nun sieben Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den momentan der SV Arminia Magdeburg bekleidet. Güsen verbleibt auf Platz neun, bleibt aber in Schlagdistanz zum SSV Besiegdas und Blau-Weiß Neuenhofe.

Germania Güsen: Meier - T. Lamprecht, Schüßler, Pohl, F. Lamprecht (71. Schenk), Vormeister, Bonitz, Brakowski (61. Huth), Buchheim, Chr. Kopp, E. Kopp

Blau-Weiß Niegripp: Klein - Gerber, Briest, B. Schlüter, Nabel (75. Jentzsch), Lindenblatt (55. M. Schlüter), Mlynek, Ackmann, Sandmann, Rennwald (90. Böttcher), Pantenburg

Tore: 0:1 Paul Sandmann (61.), 1:1 Christian Vormeister (83.), 1:2 Bill Jentzsch (90.); SR: Mario Sämisch (Karith), Norman Schulz, Conny Seidler; ZS: 101