Güsen/Biederitz l Mit einem 29:23 (13:11)-Auswärtssieg entschieden die Handballer des SV Eiche Biederitz das "JL"-Derby in der Verbandsliga gegen den Güsener HC für sich. Dabei bot die Partie eine intensive Derby-Atmosphäre, beide Teams schenkten sich absolut nichts, und auch auf den Rängen erhitzten sich die Gemüter.

Beide Mannschaften starteten fast gleichwertig in die Partie. Allerdings gingen die Hausherren in Führung und hatten diese auch bis zur 21. Minute inne - 10:8. Nach einer strittigen Torentscheidung und einer Spielunterbrechung aufgrund einiger ausgefallener Tribünenlichter ging es nach einer hitzigen Diskussionsrunde weiter. Den Gastgebern schien die Pause aber aus dem Tritt gebracht zu haben, bis zur Halbzeitsirene gelang ihnen nur noch ein Treffer, während der SVE den Rückstand in einen 13:11-Vorsprung verwandelte. "Dass Güsen bis zur 20. Minute überhaupt führte, lag auch daran, dass wir zu einfach die Bälle hergeschenkt haben", kritisierte SVE-Trainer UweWerkmeister zur Pause.

Auch nach dem Seitenwechsel bestimmten die Gäste das Spiel, steigerten sich in der Abwehr und profitierten so auch vom schnellen Umkehrspiel. Die Güsener versuchten es immer wieder über Kreisanspiele, die Biederitzer hatten sich darauf aber mittlerweile gut eingestellt und so konnte Robert Klewe kaum noch glänzen. Hinzu kam, dass die eigentlich sicheren Rückraumschützen des GHC Christian und Kevin Haßbargen am Sonnabend an Andreas Wichmann im Tor scheiterten, zu überhastet abschlossen oder einfach kein Glück hatten. Bezeichnend war eine Szene in der 37. Minute: Mit Kevin Haßbargen trat nach seinem Bruder Chrisitan der zweite Siebenmeterschütze an die Linie - und vergab ebenso wie der genesene Rückraumschütze vor ihm. Auch den Nachwurf parierte Wichmann. Kurze Zeit später scheiterte Robert Klewe im Eins-gegen-Eins-Duell mit dem Torhüter. Von acht Strafwürfen fanden nur vier ihren Weg am Eiche-Schlussmann vorbei.

Während die Heim-Sieben jetzt nervöser agierte und sich auch mit den Schiedsrichtern immer öfter verzettelte, bauten die Biederitzer ihre Führung kontinuierlich aus. In der 40. Minute betrug er sieben Treffer - 21:14. Um diesen Abstand bewegte sich die Partie dann bis zum Abpfiff.

Güsens Co-Trainer Thomas Lepper war restlos bedient: "Heute hat es an allem gefehlt: mannschaftlicher Geschlossenheit, Disziplin, Leidenschaft. Einzig Andre Teske im Tor stach in unserem Team hervor." Eine Erklärung hatte der GHC-Coach nicht parat: "Wir haben die Woche gut trainiert. Vielleicht hat der ein oder andere etwas zu sehr mit Platz zwei geliebäugelt und die Partie zu leicht genommen." Werkmeister war dagegen sehr zufrieden mit der Leistung seiner Sieben: "Das Zusammenspiel Abwehr-Torhüter hat super funktioniert, sodass wir unser Umkehrspiel aufziehen konnten. Aber auch im Positionsangriff haben wir das Spiel breit gemacht und unsere Eins-gegen-Eins-Situationen genutzt"

Güsener HC: Bretschneider, Teske - K. Haßbargen (2), Schirmeister, Schulz (2), Steinbrecher (6), Prause, Müller, Lepper, Chr. Haßbargen (5), Seydack, R. Klewe (4), Kampe (1), Gerlach (4)

Eiche Biederitz: Wetzel, Wichmann - Sonntag (2), Enke (3), Wolff, Peters (4), Schnetter (1), Große (5), Brettschneider (8), Freistedt (3), Schrader, Wiedon (2)

Zeitstrafen: GHC 4 - 7 SVE; Siebenmeter: GHC 8/4 - 2/2 SVE