Auf dem Weg zum Landesliga-Titel trifft der designierte Meister Burger BC morgen um 15 Uhr auf den Tabellenachten SV Fortuna Magdeburg. Geht man nach den Statistiken, ist diese Partie aber nicht ganz so klar, wie sie auf dem Papier wohl aussehen mag.

Burg l Zugegeben, es gibt wohl kaum eine Tabelle, die der souveräne Ligaprimus derzeit nicht anführt, aber dennoch verzeichnen auch die Gäste ein paar Punktgewinne, die nicht von der Hand zu weisen sind. Auch wenn es dafür nicht extra eine Statistik gibt.

Erstens: Die Fortuna hat aus den vergangenen fünf Partien immerhin zehn Punkte geholt und entledigte sich nicht zuletzt aufgrund dieser kleinen Serie und dem 3:0-Erfolg vom vergangenen Wochenende gegen die TSG Calbe jeglicher Abstiegssorgen. Für die Landeshauptstädter geht es also eigentlich um nichts mehr, sie können befreit beim Favoriten aufspielen. Dennoch ist die Mannschaft vom Schöppensteg viertbestes Rückrundenteam. Und das nicht ohne Grund: "Fortuna ist ein sehr unbequemer, weil körperlich robust spielender Kontrahent, der uns alles abverlangen wird", so die Expertise von BBC-Trainer Thomas Sauer.

Der knappe 1:0-Hinspielsieg des Tabellenführers ist der zweite Punkt, den man durchaus zugunsten der morgigen Gäste sehen kann. Die Magdeburger machten es den Ihlestädtern am 9. Spieltag sehr schwer, drei Punkte aus der Landeshauptstadt mitzunehmen. Und es dürfte davon auszugehen sein, dass der SV Fortuna nicht von seiner damaligen Spielweise abrücken wird. "Sie haben uns im Hinspiel an den Rand eines Punktverlustes gebracht und werden wieder versuchen, uns mit viel Laufarbeit aufzuhalten."

Für den BBC spricht dagegen, dass es nicht die erste Mannschaft ist, die gegen den noch immer ungeschlagenen Tabellenführer vor allem defensiv ausgerichtet sein wird. Der Burger Trainer weiß deshalb auch, worauf es gegen einen so unbequemen Gegner ankommt: "Ich will sehen, dass wir dagegenhalten, ohne Angst in die Zweikämpfe gehen und spielerisch zum Erfolg kommen." So wie im Hinspiel, als Franz Zimmer das Tor des Tages erzielte, nachdem die Gastgeber scheinbar Tribut für ihre Laufleistung zahlten.

Das ist auch der nächste Punkt, der für die Gastgeber spricht: ihre individuelle Klasse. So ist es ein Vorteil, dass sie nicht nur einen Toptorjäger besitzen, sondern vier Spieler unter den besten 20 der Liga zu finden sind. Zusammengenommen haben sie ebenso viele Treffer erzielt wie Halberstadts Denny Piele (25). Dass der Spitzenreiter aber auch beim Herausspielen von Möglichkeiten schwer auszurechnen ist, zeigt sich beim Blick auf die Top Ten der Vorlagengeber. Mit Alexander Siemke, Kevin Schulz, Tim Kolzenburg und Franz Zimmer haben es gleich vier Akteure in diese Bestenliste geschafft, die die Burger Nummer sechs klar anführt. "Unsere Qualität in der Breite ist ganz klar unser Pfand, der sich in dieser Saison ausgezahlt hat", weiß Thomas Sauer diese Tatsache zu schätzen.

Zumal noch eine Serie neben den ganzen Rekordmarken des Tabellenführers für seine Elf spricht. Seit 2007 warten die Landeshauptstädter nun schon auf einen Sieg gegen den BBC. Damals spielten beide Teams noch in der Landesklasse, Staffel II. Mit diesem Fakt konfrontiert, muss der Burger lachen: "Diese Serie soll natürlich ebenso wenig reißen, wie unsere Spiele ohne Niederlage. Aber im Ernst: Statistiken interessieren mich nicht, wichtig ist, dass wir die nächsten Punkte holen."

Es fehlen: Bastian Benkel (Arbeit), Hannes Schock (fraglich) - keine Angabe; SR: Torsten Felkel (Salzwedel), Christoph Rückmann, Guido Eisenschmidt; Hinspiel: 0:1