Nach 24 Spieltagen ist das große Ziel des Burger BC 08 in unmittelbare Schrittlänge gerückt: Gelingt dem Spitzenreiter der Fußball-Landesliga heute ab 15 Uhr ein voller Erfolg in Aschersleben (12.) und patzt Verfolger Halberstadt II in Krevese, ist dem BBC 08 der Meistertitel nicht mehr zu nehmen - auch wenn er vorab von Rechenspielen wenig wissen will.

Burg l Henri Trautmann wird sich dieser Tage in seiner Rolle als Sympathisant des Dortmunder Ballspielvereins Borussia über den Einzug ins DFB-Pokalfinale angemessen gefreut haben. Ob er sich in Funktion als Trainer des SV Lok Aschersleben ein Beispiel am Dortmunder Matchplan gegen den FC Bayern nimmt, darf hingegen bezweifelt werden. Mit der taktischen Marschroute, sich über 70 Minuten lang vor dem vermeintlich übermächtigen Gegner scheintot zu stellen, war schließlich auch Trautmanns Vorgänger Siegfried Keller im Oktober 2014 beim Burger 5:0-Erfolg gescheitert - sicher auch einer der Gründe, weshalb zum Jahreswechsel Trautmann den Platz im Führerstand der Lokomotive übernahm.

Der Burger Coach Thomas Sauer glaubt daher nicht, dass sein Team morgen auf spiel- unwillige Salzländer trifft: "Ich gehe davon aus, dass die Ascherslebener ihr spielerisches Potenzial auf dem Kunst- rasen abrufen. Sie wissen etliche gute Techniker in ihren Reihen. Zudem muss Lok Punkte gegen den Abstieg sammeln. Ich denke daher nicht, dass der Gegner diese Partie einfach auf sich zukommen lässt."

Eine ganz andere Ausfahrt als der Gegner, nämlich jene in Richtung Verbandsliga, könnten derweil die Burger heute mit ein wenig Schützenhilfe des Kreveser SV nehmen. "Insgeheim wird der ein oder andere von uns in den letzten Tagen viel gerechnet haben. Auch ich bin Realist genug um zu sagen, dass es für Halberstadt schwer wird, 14 Punkte aufzuholen. Dennoch müssen auch wir noch vier Zähler verbuchen, die ersten drei am besten gegen Aschersleben."

Erschwert wird das Unterfangen allerdings durch die weiterhin ausgedünnte Kaderdecke. Zwar kehrt mit Bastian Benkel und Hannes Schock die etatmäßige Innenverteidigung zurück, doch speziell im offensiven Mittelfeld tun sich einige Baustellen auf. "Sicher würde ich mir gern bei der Aufstellung ein paar mehr Gedanken machen müssen, aber gejammert wird deswegen nicht. Auch für den Fall, dass unter 21 Spielern acht ausfallen, sollten es die verbliebenen trotzdem noch mit den Gegnern aufnehmen können", fordert der Trainer.

Es fehlen: keine Information - Mathias Herms (krankheitsbedingt, fraglich), Kevin Schulz (Studium), Steven Plünnecke (privat), René Bonitz, Marco Westhause, Tim Kolzenburg, Patrick Bartsch (alle verletzt), Benjamin Schäfer (arbeitsbedingt); SR: Christopher Große (Wimmelburg), Norman Spröte, Domenic Stamm; Hinspiel: 0:5; Saison 2013/2014: 3:3, 1:5