Die nächsten drei "Big Points" sind verbucht und der SV Union Heyrothsberge ist dem Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga wieder ein Stück näher gekommen. Mehr noch: Die Unioner traten am Sonnabend beim 3:2 (1:0)-Erfolg über Saxonia Tangermünde beeindruckend abgeklärt auf.

Tangermünde/Heyrothsberge l Schlechte Laune? Fehlt am Montagmorgen die Motivation, zur Arbeit zu fahren? Ein Tipp, um den Endorphinspiegel zumindest kurzzeitig in die Höhe zu bringen: Einfach eine Videoplattform im Internet aufrufen, die Schlagworte "Tomislav Piplica" sowie "Eigentor" im Suchfenster eingeben und möglichst den letzten Schluck Kaffee vor dem Anschauen herunterschlucken. Das wohl kurioseste Selbsttor in 50 Jahren Bundesliga-Geschichte, im April 2002 vom Cottbuser Keeper erzielt, sorgt immer noch für enthemmte Schadenfreude.

Ob sich Mike Pinno von der Bogenlampe, die Piplica vor 13 Jahren per Kopf selbst ins Netz beförderte, inspirieren ließ, ist nicht überliefert und auch nicht wichtig. Entscheidender war, dass der Stürmer des SV Union am Sonnabend in der 71. Minute des Gastspiels beim FSV Saxonia Tangermünde in ähnlicher Weise traf - jedoch in das richtige, weil gegnerische Gehäuse. "Ein merkwürdiger Treffer: Der Ball kam von Philipp Spenger, fiel von oben aus der Luft herunter, weit und breit war niemand außer Mike da und irgendwie landete der Ball aus einem Meter Entfernung im Tor", schilderte sein Coach Torsten Völckel.

Wenn man beim SV Union über Neuigkeiten im Kuriositätenkabinett schmunzeln konnte, sollte man meinen, dass alles gut ist beim Team, das noch vor wenigen Wochen die Rote Laterne der Nord-Staffel inne hatte. War es auch. "Natürlich sind wir überglücklich, dass funktioniert hat, was wir uns vorgenommen haben."

Zum Beispiel eine eigene Führung: Nachdem sich das Spiel etwa eine halbe Stunde zwischen den Strafräumen abgespielt hatte, legten die Unioner mit ihrem ersten gelungenen Angriff zum 1:0 vor. Tino Raugust schickte Tobias Thormeier in die Tiefe, Letzterer vollstrecke in abgezockter Manier (37.).

Überhaupt die "Coolness": War die nötige Cleverheit dem Aufsteiger häufiger in dieser Saison abgegangen, trat das Team nach der Pause mit bemerkenswerter Routine auf. Obwohl die verletzungsbedingte Auswechslung von Nico Vaz einige Umstellungen mit sich brachte, "haben wir uns die besseren Chancen im Vergleich zum Gegner erarbeitet". Der Treffer zum 2:0 durch den für Vaz ins Spiel gekommenen Pinno fiel gewiss nicht in diese Kategorie, doch der Zwei-Tore-Vorsprung war zu diesem Zeitpunkt absolut verdient.

Spannung kam noch einmal auf, als Christopher Biegelmeier auf der Gegenseite einen kurzen Blackout offenbarte: Ein eigentlich harmloser Ball vom einstigen Burger Erik Teege rutschte unter dem Union-Keeper zum Tangermünder Anschlusstreffer durch (83.). "Christopher war ungeachtet dieses Gegentors ein starker Rückhalt. Seine Sicherheit hat sich am Sonnabend auf seine Vorderleute übertragen", wollte der Trainer nichts von Torhüter-Schelte wissen.

Am Ende war der Patzer auch nicht entscheidend, denn Raugust besorgte nach starkem Konter mit dem 3:1 die Entscheidung (88.). Daran änderte auch der erneute Tangermünder Anschluss nach offensichtlichem Handspiel der Saxonen in der Nachspielzeit nichts.

Heyrothsberge: Biegelmeier - Schumburg, Vaz (46. Pinno), Krümling, Peukert, Raugust, Thormeier, Spengler (78. Raue), Kloska (90. Hoppe), Völckel, Groth

Tore: 0:1 Tobias Thormeier (37.), 0:2 Mike Pinno (71.), 1:2 Erik Teege (83.), 1:3 Tino Raugust (88.), 2:3 Daniel Gassel (89.); SR: Michael Damke (Gardelegen), Rolf Vorsprach, Ronald Krziwanie; ZS: 145