Der Burger BC 08 kann morgen ab 15 Uhr in der Fußball-Landesliga Nord mit einem Heimsieg aus eigener Kraft den Staffelsieg und Verbandsliga-Aufstieg erreichen. Zwischen dem Spitzenreiter und seinem großen Ziel steht mit dem TuS Schwarz-Weiß Bismark (6.) jedoch ein Hindernis, das nicht im Vorbeigehen zu überwinden ist.

Burg l Robert Lewandowski hat es vorgemacht: Eine Woche nach seinem Kiefer- und Nasenbeinbruch stand der Stürmer des FC Bayern am Mittwochabend wieder für den Deutschen Rekordmeister im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona auf dem Platz. Eine schützende Gesichtsmaske - sehr wahrscheinlich aus in der Raumfahrt eingesetzten Materialien hergestellt - machte den aus medizinischer Sicht absoluten Wahnwitz möglich, änderte jedoch nichts daran, dass die Münchener nach dem 0:3 im Hinspiel wohl nur Zaungäste beim Finale am 6. Juni in Berlin sein werden.

Sieben deutsche Fußball-Etagen und ein ganzes Gehaltsuniversum tiefer kann keine Maske Steven Peseke weiterhelfen. Der Publikumsliebling des Burger BC 08, dem er seit seinem siebten Lebensjahr angehört, laboriert an einer gravierenden Muskelverletzung, die er sich in der 87. Minute beim Spiel gegen Lok Aschersleben zugezogen hat.

Nicht nur, weil Peseke dem SV Lok am vergangenen Sonnabend beim 3:0-Erfolg selbst zwei Tore einschenkte, sondern seinen BBC im Jahr 2008 bis hinab in die Kreisoberliga begleitete und ihn anschließend in die Landesliga zurückschoss, wäre ihm morgen Nachmittag eine aktive Teilhabe zu wünschen. Weil der Verbandsliga-Aufstieg auch den persönlichen Wunschtraum darstellt, ist der 28-Jährige seit Wochenbeginn täglicher Gast in einer Burger Physiotherapie. Sei es nur für eine symbolische Minute oder von den Mitspielern förmlich auf den Platz getragen - Peseke will dabei sein, wenn die Burger mit einem weiteren Sieg die Entscheidung um den Titel herbeiführen.

Aus dem Hinspiel noch eine Rechnung offen

Allerdings will sich mit dem TuS Schwarz-Weiß Bismark ein Team, das den BBC 08 in den zurückliegenden zwei Jahren immerhin zweimal ärgerte, zum Spielverderber aufschwingen. Angesprochen auf das 2:2 im Hinspiel kann auch der Burger Coach Thomas Sauer Revanchegelüste nicht unterdrücken: "Bismark ist die einzige Mannschaft, gegen die wir mit Blick auf die Hinrunde etwas gutzumachen haben". Nicht, dass seiner Elf die zwei fehlenden Zähler aus dem November 2014 bislang sportlich weh taten. Am Ego kratzte das erste von bislang zwei Unentschieden in dieser Serie dennoch.

Tatsächlich will bei den Ihlestädtern niemand den Fehler machen, den Gegner zu unterschätzen. "Bismark benötigt nicht viele Chancen." Allen voran der mit 14 Saisontoren erfolgreichste TuS-Schütze, Carlo Rämke, trug dazu bei, dass die Altmärker auch in dieser Serie oftmals zu Unrecht belächelt wurden. "Wir haben vorzeitig den Klassenerhalt erreicht und das bei unseren begrenzten Möglichkeiten. Da gibt es schon eine gewisse Genugtuung und Lockerheit", bekennt auch TuS-Coach Dirk Grempler.

Viel zusätzliche Motivation wird der einst für den 1. FC Magdeburg in der DDR-Oberliga aktive TuS-Coach nicht über sein Team ausschütten müssen. Indes glaubt auch sein Gegenüber nicht, dass wenige Meter vor der Zielgeraden der Kopf zum größten Hindernis wird: "Den Schlendrian habe ich bei uns noch nicht gesichtet. Aber natürlich gestalten wir das Training in dieser Phase ein wenig anders. Vieles findet derzeit in Wettkampfform statt, um den nötigen Zug drin zu behalten", verrät Sauer.

Personell hat sich die Lage im Vergleich zur Vorwoche beim BBC ein wenig entspannt. Patrick Bartsch ist wieder fit, Tim Kolzenburg konnte unter der Woche wieder mittrainieren und auch Kevin Schulz und Benjamin Schäfer stehen wieder zur Verfügung.

Es fehlen: Mathias Herms (privat), Marco Westhause (verletzt), Steven Peseke (verletzt, fraglich) - Hannes Gust (verletzt), Martin Köhn, Felix Mayer (beide privat), Ferlix Knoblich, Erik Bartsch, Sebastian Neumann (alle angeschlagen, fraglich); SR: Alexander Machui (Stendal), Ralf Lorenzat, noch nicht angesetzt; Hinspiel: 2:2; Saison 2013/14: 1:1, 1:0