Magdeburg/Güsen (bjr) l Hätte Hartmut Kober zur Pause bereits das Zahlenwerk und die Ergebnisse der Konkurrenz im Kopf gehabt, der Trainer des SV Arminia Güsen hätte in der Kabine sicher eine Extraportion Motivation ausgeschüttet. "Eigentlich hatten wir uns mit einem 0:0 schon angefreundet", bekannte der Coach nach dem Auswärtsspiel der Fußball-Landesklasse II beim HSV Medizin Magdeburg vom Sonnabend. Nur sein Schützling Christian Vormeister gab sich offenbar nicht mit einem Punkt zufrieden. Sein 1:0-Siegtreffer in buchstäblich letzter Minute bescherte dem SVG die entscheidenden drei Punkte, mit dem der Aufsteiger den Klassenerhalt nun zu 99 Prozent sicher hat. Die Konkurrenz müsste in den letzten drei Spieltagen neun Punkte und 23 Tore aufholen - eher ein Fall für die gegnerische Abteilung "Zeichen und Wunder".

Diese blieb auf dem Kunstrasenplatz in der Dodendorfer Straße zunächst ebenfalls inaktiv. Der Gastgeber ließ es ruhig angehen und der SV Germania witterte seine Chance. "Spielstarke Mannschaften liegen uns", meinte Kober und sollte Recht behalten. Im ersten Abschnitt verbuchten die Seinen ein Plus bei Spielanteilen und Chancen.

Dies änderte sich nach dem Seitenwechsel. Die Magdeburger kehrten wie verwandelt aus der Kabine und übten unmittelbar nach dem Anstoß mächtig Druck aus. So hatten die Gäste im Verlauf der zweiten 45 Minuten großes Glück bei Gegenstößen der Platzherren. "Findet einer von den beiden Kontern sein Ziel, geraten wir auf die Verliererstraße", bekannte der SVG-Trainer. "Defensive Stabilität" hieß das Güsener Stichwort. Tiefstehend konnte der SV Germania Ungemach vom eigenen Tor fernhalten.

In der Schlussminute gelang den Gästen schließlich der "Lucky Punch": Vormeister stoppte den Ball mit der Brust und zog ins lange Toreck zum umjubelten Siegtreffer ab, dessen wahre Bedeutung sich erst nach dem Schlusspfiff herausstellte. Für Kober ein Verdienst des gesamten Teams: "Alle haben klasse gekämpft, hohe Laufbereitschaft an den Tag gelegt und sich ein riesen Lob verdient."

Mit noch zwei Heimspielen auf dem Restprogramm lässt sich der Saisonendspurt locker angehen, doch zugleich mahnte der Trainer noch in der Stunde des Erfolgs: "Wir dürfen uns jetzt nicht auf dem sicheren Klassenerhalt ausruhen. Na klar sind wir froh, unser oberstes Ziel erreicht zu haben, aber wir müssen weiter konzentriert bleiben."

Einen Wermutstropfen gab es allerdings am Sonnabend: Torhüter André Meier brach sich bei einer Parade den Mittelfinger, für ihn ist die Saison vorzeitig beendet. Für seine Mitspieler gelten die Worte ihres Trainers umso mehr: "Jetzt ist ein einstelliger Tabellenplatz drin und das wäre die Krönung der Aufstiegssaison."

Güsen: Meier - Schüßler, Henning, Schenk, Huth, Buchheim, C. Kopp, Pohl, Vormeister, E. Kopp (90. F. Golz), Bonitz

Tor: Christian Vormeister (90.); SR: Robert Stähr (Bismark); ZS: 42