Die einzige Devise beim SV Union Heyrothsberge kann mit Blick auf den 27. Spieltag der Fußball-Landesliga eigentlich nur "Abhaken" lauten. Weder spielte die Konkurrenz im Abstiegskampf für sie, noch gab es für die Unioner in Wernigerode etwas zu holen. Beim 0:3 (0:0) gegen den FC Einheit sahen sich die Gäste nicht unbedingt vom Schicksal begünstigt.

Wernigerode l Mit Ersatzkeeper Clemens Behrenwald hielt es selbst einen der größten Ruhepole im Team der Heyrothsberger nicht auf der Auswechselbank. Christopher Schmumburg flehte derweil, er habe zuerst den Ball ins Aus gespitzelt, erst dann sei Einheit-Stürmer Tobias Plantikow in ihn hineingelaufen. Und auch Träger der Wernigeröder Vereinsbrille bekannten: "Es war kein Elfmeter." Im Stadion am Mannsberg herrschte am Sonnabend in der 59. Minute keine große Meinungsvielfalt ob der Geschehnisse im Gästestrafraum. Schlecht nur, dass Schiedsrichter Tim Heyer (Halberstadt) mit seiner Sicht auf die Szene das letzte Wort sprach: Strafstoß. Diesen verwandelte Martin Gottowik zur 1:0-Führung der Platzherren und der Nachmittag war aus Union-Sicht gelaufen. "Wir hatten danach nur noch mit uns selbst zu tun. Man konnte diese Szene nicht mal als `umstritten` bezeichnen, aber sie war letztlich spielentscheidend", stellte SVU-Trainer Torsten Völckel merklich um Diplomatie bemüht fest.

Die vermeintliche Fehlinterpretation vor dem 1:0 war nicht die einzige Entscheidung Heyers, an der sich die Gäste rieben. Nach 35 Minuten erlief sich Daniel Stridde einen Pass und es lagen gute fünf Meter zwischen dem Union-Stürmer und dem letzten Verteidiger der Gastgeber. Das Entsetzen folgte, als der Ball im Tor lag: Der Treffer fand wegen vermeintlicher Abseitsstellung keine Anerkennung. Protest konnte sich Stridde da schon nicht mehr leisten, weil er seit der dritten Minute vorverwarnt war. Bei einer Freistoßsituation hatte er nicht den erforderlichen Mindestabstand eingehalten und sah ohne vorhergehende Ermahnung den Gelben Karton.

Nachdem Andy Wipperling vom Zufall begünstigt das 2:0 erzielt hatte (76.), bot auch der dritte Einheit-Treffer Raum zur Diskussion: Gottowik langte Union-Torhüter Christopher Biegelmeier im Luftduell erst mit der Hand ins Gesicht, um dann per Kopf für den Schlusspunkt zu sorgen - 3:0 (85.). "Aber da haben wir uns schon nicht mehr aufgeregt", so Völckel, der sich am Sonnabend wie auch seine Spieler von einiger Ohnmacht ob der Vielzahl an "Pro Wernigerode"-Entscheidungen befallen sah.

Dennoch darf spekuliert werden, ob diese großen Einfluss auf den Ausgang genommen hätten, wären die Gäste mit einer Führung in die Kabine gegangen. Nach 20-minütiger Findungsphase waren die Unioner dem 1:0 sehr nah. Doch erst scheiterte Karsten Völckel im Eins-gegen-Eins-Duell mit Einheit-Keeper André Helmstedt (28.), dann köpfte Stridde um Zentimeter über das Tor (38.). In der zweiten Hälfte verbuchte Maik Hoppe eine Großchance, legte sich bei seinem Alleingang den Ball aber zu weit vor (67.).

Heyrothsberge: Biegelmeier - Schumburg, Krümling, Hoppe (64. Zimmer), Müller, Thormeier, Raue, Kloska, Raugust, Völckel, Stridde

Tore: 1:0 Martin Gottowik (60., FE) 2:0 Andy Wipperling (76.), 3:0 Martin Gottowik (85.); SR: Tim Heyer (Halberstadt); ZS: 52