Im Endspurt um den Klassenerhalt liegt es am SV Union Heyrothsberge (11.), sich aus dem Abstiegsschlamassel zu befreien. Ein Heimsieg morgen um 15 Uhr wäre ein großer Schritt, um auch in der nächsten Saison Landesliga-Fußball in Heyrothsberge zu erleben. Die Aufgabe hat es mit dem Magdeburger SV Börde (3.) jedoch in sich.

Heyrothsberge l Das größte Dilemma der meisten Sportvereine in Sachsen-Anhalt liegt am Pfingstwochenende an der Goitzsche, bei Bitterfeld, auf der Halbinsel Pouch. Dorthin lädt ein Radiosender alljährlich Anhänger elektronischer sowie rockiger Klänge zu einem dreitägigen Feier-Marathon. Auch der SV Union weiß in seinen Reihen ein paar "Springbreak"-Fahrer, was die Aufgabe im Kampf um den Klassenerhalt nicht erleichtert. "Was will man machen?! Das ist nicht schön in dieser Phase, aber die Tickets sind gebucht und wir bewegen uns immerhin noch im Freizeitfußball", versucht SVU-Coach Torsten Völckel die festivalbedingten Ausfälle in seinem Team mit Fassung zu tragen.

Die Personallage - auch von der zweiten Mannschaft, die zeitgleich das Kreispokal-Halbfinale bestreitet, ist keine Verstärkung zu erwarten - erschwert das Unterfangen Heimsieg zusätzlich. Dabei hat es die Aufgabe gegen den MSV Börde allein von der Papierform her in sich. "Es wird mega schwer. Börde ist nicht von ungefähr Dritter. In Reihen des MSV gibt es Spieler, die aus wenigen Chancen Tore erzielen. Es ist eine sehr eingespielte, abgezockte, aber zugleich junge Mannschaft", erläutert der Union-Coach.

Nicht zuletzt macht man sich in der Landeshauptstadt noch berechtigte Hoffnungen auf den zweiten Tabellenplatz, der mitunter für den Verbandsliga-Aufstieg genügen könnte. Erst recht nach dem Halberstädter 0:2-Patzer gegen den SV Förderstedt, der wiederum auch Einfluss auf die untere Tabellenhälfte hatte.

Durch das zugegebenermaßen merkwürdige Resultat der Salzländer hat sich auch der Druck auf den SV Union erhöht, der zeitgleich mit 0:3 in Wernigerode unterlag. "Es war nicht unsere beste Leistung, aber wir hätten dort etwas mitnehmen können, wenn die Umstände anders gewesen wären. Wir haben beim Dienstagstraining noch einmal über das Spiel gesprochen, sind aber schnell davon weggekommen. Es liegt an uns, wir können uns nur auf uns selbst verlassen."

Die Rückbesinnung auf starke Rückrundenauftritte sollte daher Heyrothsberger Devise sein. Gegen robust auftretende Magdeburger sind ohne Frage Einsatz und Athletik Trumpf. "In dieser Hinsicht haben wir uns ja unlängst gebessert", meint Völckel und verspricht: "So blauäugig wie im Hinspiel werden wir ganz sicher nicht die defensiven Zweikämpfe angehen." Ein Foulelfmeter, zwei Eigentore und ein Magdeburger Stürmerfoul begünstigten im November vergangenen Jahres vier Fünftel der Torausbeute.

Es fehlen: Martin Peukert, Tom Raue (beide privat), Clemens Behrenwald, Maik Hoppe, Stefan Groth (alle verlezt) - keiner; SR: Alexander Machui (Stendal), Amin Hamidi, Christoph Blasig; Hinspiel: 0:5