Derbyzeit in der Fußball-Landesklasse 1: Wenn morgen um 14 Uhr der FSV Borussia Genthin (11., 22 Punkte) den Burger BC (3., 41 Zähler) empfängt, ist es für beide Teams wohl mehr als ein gewöhnliches Ligaspiel. Nicht nur die Gegensätze "Nord gegen Süd" prallen im Kreisderby aufeinander, sondern auch zwei unterschiedliche Spielsysteme.

Genthin/Burg. Sowohl mit Blick auf das Hinspielergebnis (4:1 für den BBC) und die aktuelle Tabellensituation dürfte die Favoritenrolle klar an die Burger vergeben sein. Wäre da nicht das letztwöchige 2:2 gegen Spitzenreiter Möringen gewesen, dass sich mitsamt dem Ausgleichstreffer der Altmärker in der der Nachspielzeit eher nach einer Niederlage angefühlt hat. "Natürlich waren die Spieler ein wenig geknickt. Mit einem Sieg im Rücken wäre die Stimmung beim Training sicher gelöster gewesen. Aber wir haben das Spiel ausgewertet. Das ist jetzt abgehakt", gibt BBC-Trainer Hartmut Müller zu Protokoll.

Anders die Gegenseite: Die Borussen wollen ihre kleine Serie von zuletzt vier Spielen ohne Niederlage in Folge weiter ausbauen. "Wir wollen den kleinen Euphorieschub nutzen. Ich denke, vor einem Derby muss ich niemanden im Team zusätzlich motivieren, zumal wir aus dem Hinspiel noch eine Menge gutzumachen haben", sagt Genthins Trainer Frank Grabowski.

Obwohl der Borussia-Coach im BBC nachwievor "die spielstärkste Mannschaft der Liga" sieht, ist seine Prognose für das Spiel optimistisch: "Im Gegensatz zum BBC sind es bei uns weniger die Individualisten, die den Ausschlag geben. Wir haben im Verlaufe der Saison dazugelernt, unsere Abwehr stabilisiert und treten geschlossen als Mannschaft auf. Ich denke, es ist alles andere als vermessen zu sagen, dass wir morgen einen Sieg anstreben."

Wurde die Favoritenrolle also klammheimlich von beiden Kontrahenten getauscht? Fast könnte man davon ausgehen, auch wenn BBC-Coach Müller klarstellt: "Wie in allen anderen Spielen wollen wir uns nicht auf den Gegner einstellen, sondern wollen versuchen, dem Gegner unser Spiel aufzuzwingen."

Ob dieses Unterfangen morgen auch wirklich gelingt, wird sich zeigen. Zumal bei den Burgern mit Steven Peseke, Franz Zimmer und Jörn Eschholz drei eminent wichtige Spieler gelbgesperrt fehlen werden.