Trotz couragierter Leistung unterlag Handball-Sachsen-Anhalt-Ligist Güsener HC am Sonnabend bei der SG Spergau mit 33:37 (16:18). Die Gäste reisten mit letztem Aufgebot an und konnten vor allem in der Schlussphase dem Gegner kein Paroli mehr bieten.

Güsen/Spergau. Bei Florian Hennig ist der Knoten geplatzt, Das Nachwuchs-Talent in Güsener Reihen ist flexibel auf Linksaußen und auf Mitte/Rückraum einsetzbar und hat scheinbar seinen Platz in der ersten Mannschaft gefunden. "Florian hat in den letzten drei, vier Spielen eine starke Leistung gezeigt", lobte dann auch sein Trainer Eric Steinbrecher. Beleg für seinen Leistungssprung waren die drei Treffer, die der 21-Jährige gegen die SG Spergau erzielte. Dass es für ihn und sein Team trotzdem zu keinem Sieg reichte, hatte andere Gründe.

Bereits vor der zweistündigen "Weltreise" in den Saalekreis ereilte Co-Trainer Bernd Bretschneider - er vertrat erneut Steinbrecher auf der Bank - die nächste Hiobsbotschaft. Carsten Beyer meldete sich ab. Da auch Rene Eichner und Chris Hoffmann (Rot-Sperre), Sebastian Geue und Jörg Salomon ausfielen, stellten sich gerade einmal sieben "Aufrechte" dem Tabellenfünften. Diese Bürde war am Ende zu hoch, "hatten wir in den letzten zehn Minuten konditionell nichts zuzusetzen", so der Coach.

Dabei begann der GHC couragiert, hielt die Partie über ein 2:2, 5:6 und 9:10 völlig offen. Vor allem die Haßbargen-Brüder waren immer wieder aus dem Rückraum erfolgreich. Falls nicht, kam Rene Teßmann von Linksaußen zum Zuge, erzielte am Ende sechs Tore.

Auf der anderen Seite waren Marcus Wenzel (7 Treffer) und Christopher Meyer (9) schwer zu stellen, ließ die Güsener Abwehr zeitweilig zu viel zu. Beim 16:18-Halbzeitstand blieb jedoch noch alles offen.

Mehr noch, nach Wiederbeginn zeigte Güsen seine stärkste Phase. Beim 19:19 glichen die Gäste aus, bekamen nun plötzlich "Oberwasser". Sie gingen beim 21:20 in Führung. und besaßen plötzlich beim 24:22 sogar ein kleines Polster. In dieser Phase erwies sich auch Hennig als gute Alternative, so dass Kevin Haßbargen einmal durchschnaufen konnte. Apropos: Der GHC-"Shooter" erhielt in der 49. Minute seine dritte Zeitstrafe, musste mit Rot vom Feld. Dies war vielleicht der Knackpunkt in der Partie, "da hatten wir einfach nicht die lange Bank, um da nochmals gegenzuhalten", so Steinbrecher.

Beim 25:25 schlug Spergau zurück und ließ sich seinen Drei- bis Vier-Tore-Vorsprung (28:25, 33:29, 35:32) bis zum Endstand von 37:33 nicht mehr nehmen, zumal Güsen bei einigen klaren Torchancen altbekannte Abschlussschwächen zeigte. Dennoch sprach Bretschneider am Ende von einer wirklich guten Partie seiner Mannschaft, die "vor allem kämpferisch alles gegeben hat". Und auch Florian Hennig sollte die gut zweistündige Rückreise mit einem kleinen Lächeln angetreten haben. An ihm lag es nicht.

Güsener HC: Ch. Bretschneider, T. Beyer - K. Haßbargen (5/2), Buchheister (4), Hennig (3), Teßmann (6), Ch. Haßbargen (7/1), R. Klewe (6), Steindorf (2)

Zeitstrafen: Spergau (7), Güsen (5) Siebenmeter: Spergau (2/2), Güsen (4/3)