Genthin (okr). Die Meisterschaft im Sack, doch der Aufstieg ist kein Thema: Nach dem Gewinn des Titels in der Handball-Kreisliga muss der SVChemie Genthin weiter kleinere Brötchen backen. "Es bringt nichts, wir werden noch ein Jahr im Kreis spielen, zumal es in der nächsten Saison nicht einfacher wird", sagte Mannschaftsleiter Olaf Juling.

Hintergrund ist das Altersgefüge der Mannschaft, die mit einem Durchschnitt "jenseits der 40" zu den ältesten der Liga gehört. Dennoch wurde das Team nach dem Abstieg aus der 1. Nordliga seiner Favoritenrolle in der Kreisliga gerecht und belegte nach Abschluss der Saison 2010/11 punktgleich vor dem SV Eintracht Gommern II den ersten Platz (34:6-Punkte).

Die Eintracht-Reserve und die HSG Osterburg II waren dann auch die schärfsten Konkurrenten der "Chemiker". "Wir kannten ja viele Teams gar nicht. Im Nachhinein muss man sagen, dass die diesjährige Kreisliga sehr stark besetzt war", sagte Juling.

Tatsächlich musste sein Team nach den Auftakterfolgen gegen Fortschritt Burg II und bei Eiche Biederitz III am dritten Spieltag den ersten Dämpfer hinnehmen, unterlag in Gommern mit 26:29. Danach gaben sie jedoch im Verlauf der Hinrunde keinen Punkt mehr ab, entschieden zudem das wichtige Auswärtsspiel in Osterburg knapp mit 26:24 für sich. "Da lagen wir schon 15:22 in Rückstand. Wer weiß, wie die Saison bei einer Niederlage verlaufen wäre", sagte Juling.

Auch die Rückrunde zeigte, dass die Genthiner keineswegs unschlagbar sind, wie die peinliche 21:32-Heimniederlage gegen Biederitz III belegte. Dadurch blieb die Spannung bis zum letzten Spieltag erhalten. Vorentscheidend waren der 28:18-Sieg gegen Gommern II und der 31:28-Erfolg beim Güsener HC IV. Da konnte sich der Spitzenreiter sogar eine 19:23-Niederlage gegen Osterburg leisten - es sollte reichen.

Großen Anteil am Titel in einer "personell gut besetzten Truppe" hatten Torjäger Rene Keil sowie die Keeper Marco Berndt und Klaus Langner. Aber auch Michael Rebischke, Bert Mangelsdorf und Spielertrainer Silvio Keil warfen ihre Routine in die Waagschale. Hinzu kam der jüngste im Team, Fritz Ebert (22), der "uns weitergeholfen hat". Andere potenzielle Nachfolger wie David Mangelsdorf und Robert Jorra konnten arbeitsbedingt nur sporadisch mitwirken.

"Da ist der Punkt, dass wir drei, vier junge Leute brauchen, die immer da sind", sagte Juling. Und da die B-Jugendlichen des Vereins auch 2011/12 noch nicht im Männerbereich mitmischen können, wird der SV Chemie Genthin mit seinen Oldies ein weiteres Jahr in der Kreisliga dranhängen. Dabei ist klar: "Wir werden älter und die Konkurrenz schläft nicht. Es wird schwer", so Juling.