Die Nachwuchsarbeit bei den Basketballern des 1. Burger BV kommt langsam ins Rollen. Seit kurzem trainiert eine U-14-Mannschaft jeden Mittwoch von 17.30 bis 19.30 Uhr. Auch wenn der BBV-Nachwuchs bisher im Ligabetrieb nur wenig zu melden hatte, ist im Training die Leidenschaft zum Spiel deutlich zu erkennen. Zumal sich mit der Zeit auch erste Erfolgserlebnisse einstellen.

Burg. Die Zeiten, in denen Jugendliche zu nächtlicher Stunde den Fernsehübertragungen aus der amerikanischen Profi-Liga NBA entgegenfieberten und in denen ein Basketballfeld zur Grundausstattung eines jeden Jugendclubs gehörte, sind vorbei. Und doch kann man jeden Mittwoch in der Sporthalle der Berufsbildenden Schulen in Burg rund zehn Heranwachsende unter 14 Jahren dabei erleben, wie sie den Beweis antreten, dass Basketball unter Jugendlichen nur halb so "out" ist wie sein Ruf.

Das typische Quietschen der Schuhe auf dem Hallenboden, der dumpfe Laut mit dem der Ball auf dem Parkett aufkommt - alles hört sich an wie bei den Spielen der Profis. Nur ein Geräusch vermisst man beim Training der Burger U 14 ein wenig - das unverwechselbare Schmatzen des Spielgerätes, das ohne Korb- oder Brettberührung im Netz versinkt. Denn bisher hapert es noch ein wenig mit der Präzision und dem Herausspielen von Wurfsituationen. "Die meisten spielen erst seit vier, fünf Wochen zusammen", sagt Max Brennecke, einer der beiden Trainer, und schickt hinterher: "Aber es sind auf jeden Fall schon einige gute Ansätze erkennbar." Brennecke, 18 Jahre jung und Spieler im Herren-Landesliga-Team des Burger BV, teilt sich die Aufgabe an der Seitenlinie mit Steffi Krüger. Sie kam ähnlich wie ihr männliches Pendant mit 14 Jahren zum Basketball, spielte in der Burger Damen-Mannschaft, die es seit geraumer Zeit nicht mehr gibt - aus Mangel an Personal.

Um der Tendenz des Spielerschwundes entgegenzuwirken, hob der Verein um den Vorsitzenden Steffen Voigt das U-14-Team im vergangenen Jahr aus der Taufe. "Weil es aber anderenorts auch nicht besser aussieht, gab es zahlreiche Absagen gegnerischer Teams. Bei dieser Art Unprofessionalität, wenn kein Wettkampfbetrieb zustande kommt, verlieren natürlich viele die Lust", so Voigt. "Deshalb ist es wohl oberste Aufgabe, die Kids bei der Stange zu halten."

Von mangelnder Lust kann beim Training in der Burger Sporthalle allerdings keine Rede sein. So nimmt die Truppe auch die verhassten Liegestütze und Steigerungsläufe in Kauf, natürlich in freudiger Erwartung eines abschließenden Trainingsspiels. Hier wird nach Herzenslust gedribbelt, gepasst und im Zweifel lieber noch einmal gepasst. "Keine Distanzwürfe. Nur Korbleger", ruft Brennecke ins Spielfeld. Coach Krüger erklärt warum: "Wir müssen zunächst mal an der Defense arbeiten, die Technik verfeinern." Große Individualisten und Drei-Punkte-Könige sollen beim BBV nämlich nicht herangezüchtet werden, Grundlagen wie das Pass- und Stellungsspiel sind wichtig.

Denn dass andere Mannschaften in der Bezirksliga dem BBV um Einiges voraus sind, wurde bei den Turnieren im Ligabetrieb bisher mehr als deutlich. In eigener Halle setzte es kürzlich gegen Kalbe/Milde eine 12:101-Klatsche, gegen Osterwieck verließ man mit einem 15:107 das Spielfeld als Verlierer. Doch das Training zahlt sich aus und macht sich in Punkten bemerkbar. Zwei Wochen später erzielten die Burger gegen Gardelegen 30, gegen Kalbe sogar 56 Punkte. Am 30. April steht in Osterwieck das Abschlussturnier in der Bezirksliga auf dem Programm. Und wer weiß, vielleicht können die Burger dort ja sogar schon ihren ersten Sieg bejubeln.