Seeburg/Biederitz. Wer als Mannschaft in der Ostliga der Damen bestehen will, muss schon "schwere Geschütze" auffahren. Die vierte Liga im Deutschen Tennisbund ist in der Saison 2011 stärker besetzt denn je. Meist tummeln sich junge, ambitionierte Spielerinnen aus Osteuropa in den Teams aus Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Dies gilt für den Biederitzer TC ebenso wie für Liganeuling Rot-Weiß Seeburg. Der Verein aus Rand-Berlin, der nur dank einer Sondergenehmigung das Startrecht erhielt, treibt nun das "Wettrüsten" auf die Spitze - und schickt Altmeisterinnen von Weltformat ins Rennen.

"Vielleicht können wir mit unseren prominenten Spielerinnen der Liga etwas Glanz verleihen", sagt Seeburgs Trainer Mark Hamlin. Der US-Amerikaner hat gemeinsam mit Trainer Peter Dietrich seine Kontakte spielen lassen und für die kurze Spielzeit von acht Wochen zwei frühere Spitzenspielerinnen verpflichtet. An Nummer drei soll Nathalie Tauziat noch einmal aufschlagen. Die Französin mit afrikanischen Wurzeln errang auf der WTA-Tour acht Einzel- und 25 Doppeltitel. Die heute 43-Jährige stieß in der Weltrangliste bis auf Platz drei vor (2000). Ein Grand-Slamtitel blieb ihr in ihrer Laufbahn verwehrt.

Gleich 18 Grand-Slamtitel hat die zweite Weltklasse-Spielerin im Seeburger Dress, Natascha Zvereva, errungen. Die Weißrussin ist eine der erfolgreichsten Doppelspielerinnen aller Zeiten. Die 40-Jährige gewann mit ihren Spielpartnerinnen allein fünfmal das renommierte Turnier von Wimbledon.

"Sie wird wohl für uns auch nur im Doppel spielen", verriet Hamlin, der betonte, dass beide Spielerinnen "nur auf Anfrage" eingesetzt werden. "Sie tun uns einen Gefallen, wollen Spaß haben", sagt der Coach.

Vielmehr will er den Talenten aus seiner Tennisschule Spiel- und Wettkampfpraxis verschaffen. Vor allem die an Nummer eins gesetzte Daria Gajos soll "ihre Spielweise stabilisieren und Erfahrungen sammeln". Die erst 16-Jährige stieg in den vergangenen zwei Jahren zu einem der größten deutschen Tennistalente auf, rangiert in der deutschen Damen-Rangliste bereits auf Position 32. Nach mehreren Siegen bei kleineren Turnieren soll die vierfache deutsche Jugendmeisterin sukzessiv an die WTA-Tour herangeführt werden. "Das braucht aber noch Zeit. Deshalb soll sie in der Liga ihr Spiel verbessern und reifer werden", sagt Hamlin, der mit der erst 14-jährigen Chantal Lill sowie Adrienne Bofinger und Kimberly Freiwald weitere "Rohdiamanten" aus der Talentschmiede an der Havellandhalle aufstellen will.

Mit ihnen und den Altmeisterinnen soll der Durchmarsch in die Regionalliga gelingen. "Wir wollen möglichst aufsteigen. Die Spielstärke ist da, aber man weiß nie, was passiert, ob wir von Verletzungen verschont bleiben", sagt Hamlin. Doch egal in welcher Besetung die Seeburgerinnen auflaufen - die Konkurrenz in der Ostliga kann sich warm anziehen.

Der Biederitzer TC tritt am 14. Mai bei Rot-Weiß Seeburg an.

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