Mit zwei blauen Augen kamen Burgs Basketballer noch einmal davon. Nach einer schwachen Landesliga-Saison konnte das Team um Spielertrainer Ricardo Röxe denkbar knapp den ersten sportlichen Abstieg der Vereinsgeschichte noch verhindern. Um ein Haar hätte statt den Baskets aus Bernburg der Burger BV den Gang in die Bezirksliga antreten müssen. Lange Zeit stand gar die Zukunft des Vereins auf dem Spiel.

Burg (stv). Bereits die Saisonvorbereitung lief nicht optimal. Viele Spieler blieben aufgrund beruflicher Verpflich- tungen dem Training fern, manche liefen nicht einmal mehr zu den Punktspielen auf. Hinzu kam der Abgang von Torsten Ramme, der für ein Jahr nach Australien ging. Mit ihm fehlten sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung wichtige Impulse.

Im ersten Saisonspiel beim BBC Stendal schien der BBV dies alles noch kompensieren zu können. Burg erkämpfte sich eine Halbzeitführung von 27:23. Doch im zweiten Spielabschnitt brach Burg förmlich zusammen. Das Spiel ging mit 64:48 verloren. Frustriert kündigte Center Tino Schmidt daraufhin seinen Rückzug an. Trotz aller Bitten und Personalsorgen kehrte er bis Saisonende nicht mehr zum Team zurück. Ein enttäuschter Vereinsvorsitzender Steffen Voigt: "Mit Tino fehlt uns nicht nur ein weiterer Leistungsträger unter dem Korb. Auch verlässt uns ein engagiertes Vereinsmitglied und Freund."

Die Niederlage gegen Stendal war demnach der Knackpunkt für die gesamte Saison. Fortan musste Center Steffen Klamt ohne Unterstützung unter den Körben agieren. Obwohl sich Klamt von Spiel zu Spiel steigerte, konnte er allein die Ausfälle nicht kompensieren. Es setzte reihenweise Niederlagen, zumeist mit mehr als 20 Punkten Differenz. Oft sprang nur eine gute Halbzeit heraus - zu wenig, um ein Spiel gewinnen zu können. Die Wurfquote, insbesondere von der Freiwurflinie, war katastrophal. Die Hoffnung, das Trainingsdefizit, das sich alle Akteure offen und ehrlich selbst attestierten, über zunehmende Spielpraxis ausgleichen zu können, erfüllte sich nicht.

Auch wenn Burg bis zum zwölften Spieltag auf den ersten Sieg warten musste, gaben sich die verbliebenen Spieler nie auf. Gegner in dieser Partie war der SSJ Gardelegen, der in der Hinrunde noch seiner Favoritenrolle gerecht wurde, später jedoch ähnliche Personalengpässe wie der BBV aufweisen musste.

Von außen mehrten sich die Stimmen, den Spielbetrieb vorzeitig einzustellen, doch ein harter Kern wollte sich der Herausforderung stellen. Nicht zuletzt dem Engagement von Rico Geisler (Jena) und Steffen Hetzschold (Weimar) war es zu verdanken, dass zu jedem Spiel mindestens ein Fünfer auflaufen konnte. Lediglich sieben Spieler des BBV absolvierten mehr als zehn Partien. Selbst Neuzugang Matthias Henze kam nur auf drei Einsätze. Gerade aufgrund dieser Personalprobleme intensivierte der Verein im Laufe der Saison die Nachwuchsarbeit. Jugendtrainer Max Brennecke: "Wir finden im Jerichower Land keine fertigen Spieler. Wir müssen sie selbst ausbilden."

Mit jeder weiteren Niederlage ging der Blick immer wieder zum Liganeuling Bernburg. Allen war klar, dass der Absteiger entweder aus Burg oder Bernburg kommen würde. Am letzten Spieltag trafen beide Teams aufeinander. Mit einem überzeugenden 70:60-Sieg konnte Burg den Klassenerhalt sichern. Die größte positive Entwicklung vollzog Nachwuchstalent Max Brennecke.

Für die kommende Saison geht der Verein erneut mit einer Herrenmannschaft und mindestens der U 14 Mannschaft an den Start.

BurgerBV: Röxe (18,6 Punkte pro Spiel); Klamt (15,1); Müller (10,4); Hetzschold (7,8); Henze (6,7); Brennecke (6,5); Sens (5,8); Geisler (4,1); Voigt (3,6)