In Ferchland wurde am Wochenende viel Staub aufgewirbelt: Bereits zum 19. Mal fanden auf der Moto Cross-Strecke Landesmeisterschaftsläufe statt. Rund 1200 Zuschauer erlebten am Sonnabend und Sonntag Motorsport vom Feinsten, wobei rund 240 Fahrer, darunter 42 Lokalmatadoren vom gastgebenden MC Genthin im ADMV, ihre Fahrkünste bewiesen.

Ferchland. Streckensprecher Gerd Nicklisch, der an beiden Tagen in gewohnt kompetenter, aber auch lockerer Art die Meisterschaftsläufe in zehn Klassen kommentierte, blühte beim zweiten Rennen am Sonnabend förmlich auf. "Die letzte Domäne der Männer wird geknackt", sagte der Kemberger. Gemeint war der Auftritt der Damen (Klasse 13), die im Feld der Senioren ab 50 Jahre (Klasse 8) starteten und den Oldies ordentlich zusetzten.

Allen voran Antonie Jubert. Die 21-Jährige kam als Vierte aus den Startlöchern und knöpfte sich Runde für Runde einen vor ihr liegenden Fahrer vor. "Es war heute ein schönes Rennen, vor allem, weil es bei den Senioren sehr fair zugeht. Bei den Männern wird schon viel härter attackiert", sagte die "MX-Amazone". Tatsächlich kämpfte sich die Bismarkerin mit ihrer 250er Honda in der dritten Runde an die Spitze und gab die Führung bis zum Ziel nicht mehr her, so dass Nicklisch jubelte: "Die geballte Frauenpower setzt sich durch."

"Ich habe im Winter gut trainiert, außerdem die Motorrad-Marke gewechselt. Offenbar hat das gewirkt", sagte Jubert, die nicht nur auf Landesebene, sondern auch beim bundesweiten Lady\'s Cup Erfolge feiert. Angesprochen auf ihre Rolle als Fahrerin in einer Männerdomäne meinte Jubert: "Ich kann nicht anders. Moto Cross ist mein Leben."

Steffen Weigel sah das Ganze gelassener. "Ich betreibe diesen Sport, um fit zu bleiben. Nebenher gehe ich auch noch laufen", meinte der 43-Jährige, der für den gastgebenden MC Genthin im ADMV an den Start ging. Weigel galt am Wochenende in Ferchland in gewisser Weise als Exot. Denn statt auf den beim Motocross üblichen zwei Rädern ging er in der Klasse 1, jener der Quad-Fahrer, auf die Piste. "Der Laie denkt, auf vier Rädern fährt es sich einfacher. Aber zum einen muss man beim Fahren gleich zwei Spuren halten und zum anderen sind die Maschinen viel schwerer. Deshalb sieht man hier auch nicht so viele Sprünge. Bei einem Sturz kann natürlich viel mehr passieren." Dafür, dass Weigel erst seit rund zwei Jahren in der Rennklasse, die mit Fahrern aller neuen Bundesländer als eine Art Ostdeutsche Meisterschaft gilt, vertreten ist, machte der Lokalmatador seine Sache auch in Ferchland gut. Zwar sollte auf heimischer Strecke "ein Platz unter den ersten Drei" herausspringen, am Ende war Weigel jedoch auch mit Rang vier gut im Geschäft.

Insgesamt verlief das "Heimspiel" für den MC Genthin im ADMV zufriedenstellend. Über vier erste Plätze konnten sich die Lokalmatadoren am Ende freuen, zahlreiche Podestplätze rundeten das gute Gesamtergebnis ab. So wiederholte der elfjährige Nick Seeger in der Klasse 2 (65 ccm) seinen Vorjahres-Triumph. Den Platz auf der obersten Stufe des Siegertreppchens eroberten zudem Patrick Petrzak (Klasse 4), Sebastian Müller (Klasse 5) und Michael Koldevitz (Klasse 8).

Den Vorsitzenden des MC Genthin im ADMV, Detlef Aschendorff, freute jedoch nicht nur das sportlich gute Abschneiden seiner Vereinskollegen, sondern auch der reibungslose Ablauf der zwei Tage: "Super Wetter, ideale Bedingungen und Dank der Hilfe unserer Sponsoren und vielen freiwilligen Helfer eine klasse Veranstaltung."

   

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