Rückstand aufgeholt, einen Punkt erkämpft - mit einer überaus couragierten Leistung hat die SG Gerwisch am Sonnabend gegen Schwarz-Weiß Bismark ein 2:2 (1:2)-Unentschieden errungen. "Die Jungs haben sich reingebissen, keiner hat sich hängen lassen", lobte auch Blau-Weiß-Trainer Thomas Sauer. Trotz des Achtungserfolgs wird für die SG die Lage im Abstiegskampf immer aussichtsloser. Die Konkurrenten aus Mechau und Potzehne gewannen ihre Spiele, so dass der Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz nunmehr wieder sieben Punkte beträgt.

Gerwisch (okr/hpl). Als Daniel Grützmacher in der 30. Minute nahezu ungehindert über Abwehrspieler Maik Hoppe zum 2:0 für die Gäste einköpfte, platzte Sauer an der Seitenlinie der Kragen: "Marco, bist du jetzt wach", rief er seinem Torhüter zu. Pranke sah bereits beim ersten Gegentor nicht gut aus, als er einen harmlosen Schuss nicht festhielt und Steffen Rogge abstaubte (6.). Und auch beim zweiten Treffer der Bismarker, als ein Freistoß von der Mittellinie in den Strafraum geschlagen wurde, flatterten dem Schlussmann die Nerven. "Klar hat er Fehler gemacht. Aber es lag ja an der gesamten Mannschaft, dass wir hinten so unter Druck geraten sind", meinte Sauer, wohl in dem Wissen, dass sein Team über die gesamte Saison hinweg ein Torhüterproblem hat.

Gleichwohl vermochten es seine Mannen, ähnlich wie beim Sieg in Salzwedel, diese Nackenschläge mit einer geschlossenen Leistung wegzustecken.

Nach der schwachen Anfangsviertelstunde, in der "wir keinen Zweikampf gewonnen haben", lösten sich die Platzherren etwas aus der Umklammerung. Denis Schönfeld prüfte nach einem Freistoß TuS-Keeper Torsten Kannenberg (22.), auch Mathias Herms und der erneut fleißige Mario Träbert besaßen erste Möglichkeiten (36.). Insofern war nach dem 0:2-Rückstand der Anschlusstreffer verdient. Nach einem katastrophalen Abwehrfehler der Bismarker setzte André Schacker Träbert in Szene, der den Keeper umspielte - 1:2 (36.).

In der zweiten Halbzeit wussten sich die Blau-Weißen spielerisch etwas zu steigern. "Das sah streckenweise nach Fußball aus", sagte Sauer. Gleichwohl besaßen die Gäste die klar besseren Chancen. Vor allem Trainer-Sohn Philipp Grempler umkurvte mehrfach die Gerwischer Abwehrspieler. Dabei war der junge Niels Karlowsky, der angeschlagen in die Partie ging, mehrfach überfordert. Folge waren ein Pfostenschuss (50.), eine Doppelchance, bei der Pranke parierte (57.), und ein Schuss ans Lattenkreuz (60.) - Gerwisch hatte riesen Glück, dass es nicht schon aussichtslos zurück lag. So kam es aus Sicht der Altmärker, wie es kommen musste. Nach Freistoß von Träbert köpfte Andre Lisak, der erneut aus der zweiten Mannschaft aushalf, zum 2:2 ein (64.).

Es blieb also noch Zeit, den Siegtreffer zu erzielen. In den Schlussminuten mussten jedoch alle Akteure den hohen Temperaturen Tribut zollen. Viele Aktionen blieben Stückwerk, Gerwisch versuchte es vergeblich mit der "Brechstange", ein Freistoß von Schönfeld verfehlte das Ziel (76.). TuS konterte gefährlich, wobei Grempler (71.) die Entscheidung verpasste. Zudem erkannte das Schiedsrichtergespann ein Tor der Bismarker wegen Abseits nicht an (84.).

"Natürlich hatte der Gegner mehr Chancen gehabt. Aber aufgrund der kämpferischen Leistung war das Remis nicht unverdient", bilanzierte Sauer.