Güsen (bjr). Letztes Saison-Heimspiel, volle Halle und am Ende stand ein Sieg. Eigentlich hatten die Sachsen-Anhalt-Liga-Handballer des Güsener HC am Sonnabend nach dem 27:24 (14:13)-Sieg über den SV Friesen Frankleben allen Grund, ausgelassen zu feiern. Doch zu kräftezehrend war die Partie, zu groß die Gegenwehr, die die Gäste leisteten, als dass einer der GHC-Spieler zu ausgelassenen Jubel-Einlagen nach dem Schlusspfiff bereit war.

Auch Trainer Eric Steinbrecher musste nach anstrengenden 60 Minuten seine Gefühlswelt kurz ordnen, ehe er ein Fazit ziehen konnte: "Ein Arbeitssieg, den wir sehr hart erkämpfen mussten. Dass wir nicht mit zehn Toren Abstand gewonnen haben, war Frankleben zuzuschreiben, das hier keineswegs wie der Tabellenletzte aufgetreten ist."

Zwar rissen seine Mannen die Partie vom Anpfiff weg an sich, gingen schnell mit 3:0, 5:1 und 9:4 in Führung, doch ab Mitte der ersten Halbzeit kamen die Gäste bedrohlich nahe. "Wir haben es zwischendrin mit einer 5:1-Deckung versucht, aber da aus dem Rückraum bei Frankleben nichts kam, war das wirkungslos." Vor allem einer zerrte beim SV Friesen wie im Vorfeld erwartet erfolgreich an den Ketten: Steffen Holzapfel, aktuell Führender in der Torjägerliste der Sachsen-Anhalt-Liga. Der GHC tat sich schwer, das Franklebener Kraftpaket in den Griff zu bekommen, nicht zuletzt aufgrund seiner unorthodoxen Spielweise verkürzten die Gäste zur Pause auf 13:14.

"In der Kabine habe ich zu den Jungs gesagt, dass sie sich nicht zu sehr unter Druck setzen sollen. Wenn kein Kantersieg herausspringt, ist das auch nicht schlimm", erinnerte sich Steinbrecher an seine Worte in der Halbzeit. Seine Mannschaft tat mit Wiederbeginn wie ihr geheißen und setzte sich auf 18:14 (38.) und 24:19 (21.) ab. In der Abwehr wurde beherzt zugepackt und auch Torhüter Tobias Beyer zog den Gästen durch tolle Paraden zunehmend den Zahn. Hinzu gesellte sich im zweiten Abschnitt eine gute Durchschlagskraft im Angriff, so dass am Ende des buchstäblichen Kraftaktes ein 27:23 stand.

Und nach einer kurzen Regenerationspause inklusive erfrischender Dusche war den GHC-Ballwerfern schließlich doch noch zum ein oder anderen Siegerbier zu Mute. Zusammen mit den Fans wurde vor der Elbe-Havel-Halle die jetzt schon erfolgreichste Saison seit dem Oberliga-Aufstieg 2008 gefeiert.

Güsener HC: T. Beyer, Bretschneider - Schwab (1), Buchheister, Hennig (5), Teßmann (4), Hoffmann (2), C. Beyer (6), C. Haßbargen (4), R. Klewe (2), Richter, Salomon (3), Steindorf

Zeitstrafen: GHC 4; Frankleben 7

Siebenmeter: GHC 7/5; Frankleben 3/2

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