Lostau (okr). Fast hätte sich Manfred Wunderling verschrieben. Das "Urgestein" des RC Lostau war vor Beginn des letzten und alles entscheidenden Turniers der 2. Bundesliga Nord so nervös, dass er beim Auflisten des Spielerprotokolls in der Zeile verrutschte. "Heute geht es ums Ganze", sagte Wunderling. Und auch in der Lostauer Sporthalle war unter den Besuchern, darunter viele ehemalige Spieler, die Spannung zu spüren.

Nicht minder aufgeregt waren die Hauptakteure aus Lostauer Sicht, Rüdiger Czarnetzki und Nicky Rogge, die mindestens einen Sieg benötigten, um im ersten Bundesliga-Jahr die Klasse zu halten. Vorab: Das Duo zeigte die beste Saisonleistung, errang vier Siege aus vier Spielen und entging damit problemlos dem Abstieg.

Knackpunkt des Turniers war das erste Spiel gegen den Konkurrenten Post SV Magdeburg (10.). Fabian Kittler/Matthias Gollos mussten gewinnen, um die Chance auf den Klassenverbleib zu wahren. Nach nervösem Beginn beider Teams traf Rogge zum 1:0. Das war auch für Czarnetzki das Signal, zuzulegen. Lostau erhöhte schnell auf 3:0 und ließ sich nicht vom 1:3-Anschlusstreffer beeindrucken. Nach dem 4:1 zur Pause und dem 5:1 kurz nach Wiederanpfiff war die Partie entschieden. "Wir mussten von Beginn an dagegen halten. Wenn sie ins Spiel gefunden hätten, wäre die Partie anders verlaufen", sagte Rogge nach dem 7:1-Pflichtsieg, mit dem das "Klassenziel" erreicht war.

Beflügelt vom Auftakt drehten die Lostauer, die durch Rogges Verletzung monatelang nicht zusammengespielt hatten, auf. Aufbauend auf einer sicheren Abwehr, erzielten sie sehenswerte Tore.

Nachdem der Tabellenletzte Großkoschen III mit 8:4 bezwungen wurde, wiesen sie die zweite Vertretung der Lausitzer, die Ambitionen auf Platz zwei gehegt hatten, mit 4:2 in die Schranken. Ein anderer Titelfavorit, Cottbus, musste ebenfalls alle Hoffnungen begraben, da sich ein Spieler verletzte. Dadurch gewann Lostau die letzte Partie kampflos mit 5:0 und sicherte sich unter den zwölf Teams den Tagessieg.

"So stark habe ich sie bei einem Turnier noch nie erlebt. Das war große Klasse", jubelte auch Manfred Wunderling, hatte doch Lostau I nicht nur die Klasse gehalten, sondern sich auch auf Rang sechs verbessert.