Die SG Gerwisch hat im Kampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Landesliga ein weiteres Etappenziel erreicht. Im Duell der Tabellennachbarn bezwangen die Blau-Weißen am Sonnabend den 1. FC Aschersleben mit 1:0 (1:0). Das Tor des Tages erzielte Philipp Baumgartl in der 45. Minute.

Gerwisch (hpl/okr). Als der Abpfiff ertönte, hätten Freude und Leid nicht näher beeinander liegen können: Während die Gerwischer Spieler ausgelassen ihren Heimsieg feierten, lag ihr Siegtorschütze an der Auslinie am Boden. Philipp Baumgartl wurde bei der letzten Aktion des Spiels rüde von den Beinen geholt. Nach erster Selbstdiagnose sagte er mit Tränen in den Augen: "Es ist wieder das Knie."

Dabei verlief dieser trübe Nachmittag auf dem Gerwischer Sportplatz voll nach Plan. "Ich muss meiner Mannschaft Respekt zollen, sie hat diszipliniert gespielt und Durchsetzungsvermögen gezeigt", sagte Trainer Thomas Sauer.

Gleichwohl wussten er und seine Spieler, dass es im Kellerduell gegen die Aschersleber keinen Schönheitspreis zu gewinnen geben würde. So kam es auch. Die erste Halbzeit verlief ohne große Höhepunkte, agierten beide Teams verkrampft und produzierten viele Fehlpässe. In der 14. Minute verpasste der einschussbereite Mario Träbert eine Flanke des wiedererstarkten Mathias Herms knapp. Von da an übernahm die SG das Kommando. Einen Schuss von Thomas Tietz parierte der Aschersleber Keeper, im Nachsetzen schoss Träbert knapp vorbei (24.).

Die Gäste, die erneut vier tschechische Akteure aufboten, kamen nur selten vor das gegnerische Tor. Bei einem Schuss von Hartmann klärte Torhüter Stefan Huhn, der diesmal den Vorzug vor Marco Pranke erhielt, per Faustabwehr (32.). Auf der anderen Seite senkte sich eine verunglückte Flanke von Marcus-Antonio Bach gefährlich – ohne Tor. Als sich alle Zuschauer schon auf ein torloses Remis zur Pause einrichteten, schlug Gerwisch zu. Nach einem langen Einwurf von Herms beförderte Baumgartl mit einer Kopfball-Bogenlampe das Leder ins Tor.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit übte Aschersleben etwas mehr Druck aus, agierte aber vor dem Tor erschreckend schwach. "Wir haben aber hinten auch nicht viel zugelassen", sagte Sauer. So plätscherte die Partie dahin, ehe die Blau-Weißen in der Schlussviertelstunde zum Angriff bliesen. Tietz setzte sich über links gut durch. Statt selbst zu schießen, passte er nach innen auf Baumgartl, der aus sechs Metern den Ball an die Latte beförderte (78.). Und auch André Schacker verpasste bei seinem Alleingang die Riesen-Chance zum 2:0. "Das hat wirklich Nerven gekostet, dass wir einfach nicht den zweiten Treffer nachgelegt haben", kritisierte der Trainer. So entwickelten sich die Schlussminuten zur "Zitterpartie". Aschersleben warf alles nach vorne, blieb aber bei den hilflos wirkenden Versuchen ohne Erfolg.

"Das war heute einfach zu wenig", bilanzierte FCA-Coach Klaus Gebhardt. "Heute hat das größere Herz entschieden. Angesichts der Spielanteile war unser Sieg voll verdient", sagte Sauer.

Er versammelte schließlich seine Spieler um den verletzten Philipp Baumgartl und schwor seine Truppe auf die nächsten Aufgaben ein. "Jetzt wollen wir in Salzwedel nachlegen." Dann aber wohl ohne ihren Siegtorschützen.