Trotz couragierter Leistung unterlag der FSV Borussia Genthin am Sonnabend beim Tabellenführer der Fußball-Landesklasse 1, Möringer SV, mit 1:2 (1:0). "Ein Remis wäre absolut verdient gewesen", sagte Gästetrainer Frank Grabowski, dessen Team vor allem in der Abwehr erneut überzeugt hatte.

Möringen/Genthin. Als sich Mike Klenge in der 82. Minute den Ball aus gut 16 Metern zum Freistoß zurecht legte, ahnte der Borussen-Trainer schon nichts Gutes. Klenge, der Mö- ringer Spezialist für Standards, lief an und beförderte den Ball unhaltbar zum 2:1-Siegtreffer in den Winkel. "So einen trifft man alle paar Jahre", sagte Grabowski, der sich vor allem über die Szene zuvor geärgert hatte. Dabei schoss ein Möringer volley auf das Tor, ein Genthiner Abwehrspieler bekam den Ball an die Hand. "Die Hand war ganz klar an der Brust und übte nur eine Schutzfunktion aus. Da darf man niemals Freistoß geben", so der Borussen-Coach, der die Leistung des Schiedsrichters lieber nicht direkt kommentieren wollte.

Zuvor lieferten sich beide Teams ein Duell mit Haken und Ösen. Oftmals gingen die Akteure bis an die Grenze des Erlaubten. Genthin startete wie erwartet defensiv, Grabowski beorderte erstmals Max Becker (sonst in der Offensive aktiv) in die Abwehr – mit Erfolg. Die Gäste standen tief und ließen in der von Max Reinshagen erneut gut organisierten Abwehr nicht viel zu. Zudem starteten die Borussen immer wieder gefährliche Entlastungs- angriffe, die in der 34. Minute von Erfolg gekrönt wurden: Nach einer guten Kombination über drei Stationen schloss Thomas Gronwald mit einem Schuss ins untere Eck zum überraschenden 0:1 ab.

Bis dahin hatten die Platzherren eigentlich ihre stärkste Phase, wurden jedoch durch den Rückstand kalt erwischt. Sie starteten bis zur Pause wütende Angriffe. Bei einem Hinterhaltsschuss zeigte FSV-Keeper Philipp Schulz eine riesen Parade und bewahrte sein Team vor einem Rückstand.

Auch in der zweiten Halbzeit blieb der Tabellenführer am Drücker. David Berr schoss den Ball an den Pfosten (68.). Im Anschluss verzog Oliver Appel aus aussichtsreicher Position. "Kompliment an den Gegner, der nie aufgegeben hat", sagte selbst der Gästetrainer, der nun eine wahre Abwehrschlacht sah. In der 78. Minute wurde der MSV für seine Bemühungen belohnt. Nach guter Flanke von der linken Seite köpfte der eingewechselte Dirk Kaufmann ungehindert zum 1:1 ein (78.). Dies war offenbar die Initialzündung für die Gastgeber, die nur vier Minuten später die erwähnte Führung durch Klenge erzielten.

Dass sich die Borussen nach dem Rückstand in den verbleibenden Minuten nochmal aufbäumten, spricht für ihre Moral. "Es kam hart auf hart", sagte Grabowski. Er meinte damit eine Szene aus der 85. Minute, als Kevin Wolf einen Doppelpass spielen wollte, beim Freilaufen aber gefoult wurde. "Er wäre frei durch gewesen, es hätte Rot für den Möringer geben müssen", so der FSV-Trainer. Doch auch so besaß seine Elf noch die Chance auf den Ausgleich. Julien Zander brachte einen Freistoß von der Mittellinie in den gegnerischen Strafraum. Der Ball landete kurios an der Unterkante der Latte. Im Nachsetzen köpfte Max Becker das Leder aus drei Metern über das Tor.

"Das war ärgerlich. Aber trotzdem ein riesen Kompliment an meine Truppe, die bravourös gekämpft hat", sagte Grabowski, dessen Team den verbleibenden fünf Partien (bei neun Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz) gelassen entgegenblicken kann. Dennoch warnte der Trainer: "Das wird kein Selbstläufer. Wir haben ein hartes Restprogramm."