Der Burger Bismarckturmlauf hat sich zu einer Institution unter Volkssportläufern der Region entwickelt. Bei der fünften Auflage des Cup-Rennens gingen am Sonntag 290 Athleten an den Start – Rekord. Rekordverdächtig waren auch die Leistungen der heimischen Sportler. Mit Ingo Starke (6,3 km) und Sebastian Anselm (10,3 km) errangen gleich zwei Läufer vom SC Hellas Burg Gesamtsiege.

Burg. Leiden und Leichtigkeit lagen am Rodelberg dicht beieinander. Während sich die meisten Läufer am letzten, giftigen Anstieg hinauf zum Bismarckturm quälten, spurtete einer im Sprinttempo die Stufen empor. Sebastian Anselm, der bereits im Vorjahr aufhorchen ließ (er gewann den Burger Rolandlauf und den SportScheck-Nachtlauf in Magdeburg), hatte auf der Zehn-Kilometer-Distanz die Verfolger längst abgehängt. Der 22-Jährige vom SC Hellaus Burg spurtete am Ende mit über zwei Minuten Vorsprung ins Ziel. "Vielleicht können wir heute ja einen doppelten Hellas-Sieg feiern", hatte Vereinskamerad Ingo Starke im Vorfeld vermutet. Der erfahrene Marathoni sollte recht behalten, verteidigte er doch selbst seinen Titel über sechs Kilometer – ein perfekter Tag.

Dabei begann die Auftaktveranstaltung zum Elbe-Ohre-Cup 2011, dem Wettbewerb für Läufer im nördlichen Sachsen-Anhalt, alles andere als nach Plan. Aufgrund der bereits frühlingshaften Temperaturen entschieden sich viele Läufer spontan, in der Burger Koloniestraße vorbeizuschauen. "Durch die vielen Nachmeldungen, die wir ja im Computer erfassen mussten, gab es eine Zeitverzögerung", sagte Organisator Gerald Schmidt von den "Ihleläufern Burg". Er freute sich zwar über die große Resonanz der Sportler, musste aber die wartenden Starter um fast eine Stunde vertrösten.

Schließlich schickte er zunächst 28 Kinder auf die anspruchsvolle 2,6 km-Strecke. Auch die 7 bis 14-Jährigen mussten den Rodelberg bezwingen. "Wie sie das geschafft haben, verdient Hochachtung", sagte Schmidt. Vorne weg lief einmal die "SCM-Armada", die von Miriam Maikath und Anton Friedrich Selle angeführt wurde. Beste Nachwuchsläufer des Kreises wurden Marlen Steinhoff (5., SCM/Grundschule Möser), Jonas Bester (7., PSV Burg) und Paula Baate (9., SCM/Burg).

Zeitgleich erreichten auch die wenige Walker wie Ingrid Klose den PSV-Sportplatz. "Schade, dass nur wenige Walkerinnen mitgemacht haben. Vielleicht schauen sie nächstes Mal vorbei", hoffte Schmidt.

Anschließend starteten die rund 250 Erwachsenen auf den zwei Hauptstrecken. Auffällig war, dass viele erfahrene Cup-Läufer mit den warmen Temperaturen zu kämpfen hatten und wohl noch ein paar "Winter-Pfunde" zuviel mit sich trugen. "Man braucht schon zwei, drei Läufe, um wieder in die Gänge zu kommen. Das ist ganz normal", sagte Uwe Neumann (TSG Möser), der erkältet diesmal als Zuschauer und Motivator am Streckenrand fungierte.

Motivation hatte Sebastian Anselm nicht nötig. Der Burger sprang am höchsten Punkt des Rodelbergs über ein Geländer und verschwand in Windeseile hinter dem Bismarckturm. Die Showeinlage konnte er sich angesichts seines Vorsprungs auch leisten.

"Wir möchten uns bei allen Helfern und Sponsoren bedanken, ohne deren Einsatz diese Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre", sagte Schmidt, der von Bärbel Graeffe, Hans-Georg Tietze, Uli Krause und Holger Müller unterstützt wurde. Und auch die Volksbank Jerichower Land, Manfred Giemsch vom PSV Burg, die Stadtverwaltung Burg und die Polizei Jerichower Land trugen zum Gelingen des Bismarckturmlaufes bei.