Bei schönstem Frühlingswetter fand am Sonnabend der erste Bundesranglistenlauf der Mountainbiker im Külzauer Forst statt. Rund um Schermen waren 77 Wettkämpfer aus ganz Deutschland angetreten, um den besten Orientierer in den verschiedenen Altersklassen zu ermitteln. Mit dabei waren auch zwei Leichtathletinnen der TSG Grün-Weiß Möser, die sich auf neuem Terrain ausprobieren wollten.

Schermen (hju/okr). Noch etwas ängstlich schob Daisy Rasch ihr Fahrrad zur Startbahn, nahm eine Karte aus dem Schubfach und studierte das Postennetz. Zum Glück stand ihr ein "Schatten" – so nennt man beim Orientierungslauf den Begleiter, der unerfahrenen Läufern behilflich sein soll – zur Seite. Tatsächlich nutzte die junge Sportlerin von der TSG Möser ihren Heimvorteil und erlief beim Mountainbike-Orientierungslauf in der Mädchenklasse bis elf Jahre den ersten Platz.

"Uns war heute wichtig, dass auch junge Athleten aus anderen Sportarten beim OL reinschnuppern", sagte Organisator Holger Jurack vom ESV Lok Magdeburg. Neben Rasch wagte sich auch Vereinskameradin Sophie Sandkuhl in den Külzauer Forst und kam in der AK 14 als Vierte ein.

"Ziel ist es, vorgegebene Posten mit Hilfe von Karte und Kompass in der richtigen Reihenfolge anzusteuern", erklärte Jurack das Grundprinzip des Orientierungslaufes. Mit dem Moutainbike drangen die Teilnehmer jedoch selten in unwegsames Gelände vor – ein wesentlicher Unterschied zum Fuß-OL.

Wie schnell so ein Lauf vonstatten geht, machten die Spitzen-Athleten vor. Auf der Elite-Bahn der Frauen wurde die Deutsche Meisterin Anke Dannowski aus Dresden ihrer Favoritenrolle gerecht und siegte nach 13,7 km Fahrstrecke (Luftlinie gemessen) mit über 13 Minuten Vorsprung. Bei den Herren musste der international erfahrene Mark Huster nach 16,2 km seinem Vereinskollegen Danny Albert aus Werdau um nur 32 Sekunden den Vortritt lassen. Zur Siegerehrung wurden außer den Urkunden für die siegreichen Teilnehmer die gelben Trikots für die aktuell führenden Mountainbiker in der Bundesrangliste überreicht.

Am Sonntag ging es bei den Orientierungsläufern zur Sache. Nahezu sommerliche Temperaturen und abwechslungsreiche Strecken sorgten für ideale Laufbedingungen beim Doppelsprint im Rahmen der Deutschen Parktour. Unter 96 Orientierungsläufern waren sogar sieben Leichtathleten der TSG Möser dabei und konnten aktiv in die Vergabe der Podiumsplätze eingreifen.

Daisy Rasch errang nach einer furiosen Aufholjagd im zweiten Lauf Silber, sehr schnell war auch Lilian Alexander unterwegs und wurde Dritte. Bei den Jungen belegte völlig überraschend Mick Wagener den dritten Platz.

Die Eliteklasse der Damen gewann mit der 19-jährigen Friederike Graumann von Lok Berlin-Schöneweide ein hoffnungsvolles Nachswuchstalent, ebenso wie bei den Herren der 19-jährige Marvin Goericke von TOLF Berlin. Erfreulich für Sachsen-Anhalt war, dass 16 der 30 zu vergebenen Podiumsplätze im Lande blieben.

Die Veranstalter vom MSV 90 und ESV Lok Magdeburg konnten sich über viel Lob freuen. "Besonderer Dank gilt den Helfern aus der Region, darunter Schermens Bürgermeister Heinrich Bartels und der Vorsitzende von Traktor Schermen, Frank Borsch, die dazu beigetragen haben, dass beste Rahmenbedingungen im Wettkampfzentrum auf dem Sportplatz gegeben waren", sagte Jurack. Und auch die Leichtathleten der TSG Möser unter Leitung von Michaela Köppe trugen dazu bei, dass dem Bundesranglistenlauf Lokalkolorit verliehen wurde.

 

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