Fußball-Landesligist SG Gerwisch blieb am Sonnabend eine weitere Überraschung verwehrt. Eine Woche nach dem Punktgewinn bei Tabellenführer VfB Ottersleben unterlagen die Blau-Weißen dem SV Fortuna Magdeburg (3.) mit 1:3 (1:1). "Wir haben mit dem Gegner auf Augenhöhe agiert, leider hat es nicht zum zweiten Tor gereicht", sagte Trainer Thomas Sauer nach der schmerzlichen Niederlage, die keine Entlastung im Abstiegskampf bringt.

Gerwisch (hpl/okr). Sauer griff einmal mehr in seiner bislang kurzen Amtszeit tief in die Taktikkiste. Er beorderte Stürmer Philipp Baumgartl zusammen mit Denis Schönfeld in eine Viererabwehrkette. Diese stand eigentlich sicher, vielmehr "haben individuelle Fehler zu den Gegentoren geführt", so der Coach.

Tatsächlich dominierten über weite Strecken der Partie die Defensivreihen beider Teams. Gleichwohl ergaben sich von Beginn an eine Menge Torraumszenen. Nachdem Simon Weiß einen ersten Warnschuss für die Fortunen abgab (1.), war es Marcus-Antonio Bach, der für Gerwisch an der Eingabe von Mathias Herms vorbeirutschte (10.). Kurz darauf prüfte David Schäfer mit strammen Schuss Gästekeeper Andreas Heinrich (14.). Insofern war die folgende Führung der SG nicht unverdient. Nach einem langen Einwurf von Herms verlängerte Baumgartl per Kopf auf Bach, der goldrichtig stand (23.) – 1:0. Bis dahin hatten die Magdeburger, die mit mehr als 20 Spielern angereist waren, mit der aggressiven Gangart der Blau-Weißen ihre Probleme. Diese hätten sogar auf 2:0 erhöhen können, aber Bach verzog nach Flanke von Thomas Tietz knapp (28.).

In dieser Drangphase rechnete kaum jemand mit dem Ausgleich der Fortunen: Weiß reagierte einen Tick schneller als Baumgartl und schoss gekonnt ein (32.). Dieses Tor beflügelte die Gäste, bei einem Weitschuss musste Stefan Huhn sein ganzes Können aufbieten (35.).

Und auch nach Wiederbeginn wirkten die Magdeburger wacher, motivierter und hatten Pech, als ihnen ein Tor wegen Abseits nicht anerkannt wurde. Die Partie nahm an Intensität zu, beide Abwehrreihen hatten Schwerstarbeit zu leisten.

In der 57. Minute hatten die heimischen Anhänger schon den Torschrei auf den Lippen, als Bach über den Keeper köpfte, der Ball aber noch von der Linie gekratzt wurde. Und auch bei dem folgenden Sololauf von Bach hätte mehr herausspringen können (63.). "Wären wir da in Führung gegangen, wäre die Partie sicher anders gelaufen", mutmaßte Sauer. So kam es wieder einmal umgekehrt. Weiß zirkelte eine Ecke in den Strafraum und der Ball landete an Freund und Feind vorbei im Netz (68.). "Dafür habe ich kein Verständnis, zumal wir einen ähnlichen Treffer schon mal in Wernigerode kassiert hatten", sagte Sauer.

In der Schlussphase probierte sein Team noch einmal alles. Doch weder beim Vorstoß von Herms, der von Sascha Doering an der Strafraumgrenze von den Beinen geholt wurde (sah dafür Gelb-Rot), noch beim folgenden Freistoß von Schäfer sprang etwas Zählbares heraus. Als die Blau-Weißen aufgerückt waren, führte ein weiterer krasser Ballverlust zum 1:3 durch Kapitän Andre Suchanek, der frei durch den Ball versenkte (90.).

Am Ende setzte sich die effektivere, cleverere Mannschaft durch. "Dennoch haben wir heute wieder gesehen, dass wir auf einem guten Weg sind, wir müssen unsere individuellen Schwächen abstellen und gegen die unmittelbare Konkurrenz im Abstiegskampf punkten", so das Fazit von Trainer Sauer.