Der Schlagenthiner Osterberg- lauf hat sich zum festen Termin im Laufkalender des Elbe-Ohre-Cup entwickelt. Auch bei der 31. Auflage am Sonnabend gingen die besten Volksläufer der Region an den Start. Bei hochsommerlichen Temperaturen absolvierten sie Sechs- und Zwölf-Kilometer-Strecken und quälten sich dabei steile Waldwege empor.

Schlagenthin. "Brutal, nicht normal, ja unmenschlich"! So oder so ähnlich lauteten die Kommentare der rund 180 Läufer, als sie den letzten Hügel im "Schlagenthiner Gebirge" erklommen hatten. Mit 68 Metern ist der Eichberg die höchste Erhebung nahe der Gemeinde an der brandenburgischen Grenze und gilt deswegen bei den Athleten als Geheimtipp und Herausforderung zugleich. Insofern konnte Mitorganisator Egbert Siegert vom Genthiner RC beim Start der Hauptläufe augenzwinkernd verkünden: "Die Strecke ist etwas verändert, die Berge sind geblieben."

Angesichts hochsommerlicher Temperaturen hatten selbst die Topathleten des Elbe-Ohre-Cups, die nahezu geschlossen in Schlagenthin antraten, mit dem "Osterausflug" ihre Mühe und Not. Kurze Asphaltstücke wechselten mit Feldwegen, ehe es in das Waldgebiet ging, in dem vier, fünf giftige Anstiege warteten.

"Der Sandboden hat das Ganze noch erschwert. An die Zeit im Vorjahr war nicht heranzukommen", sagte der Sieger über die zwölf Kilometer, Yves Löbel. Der Läufer vom TSV Niederndodeleben spielte in der zweiten Runde seine ganze Routine aus und verteidigte damit seinen Titel.

Auf Rang zwei lief überraschend Uwe Czarnofski. Den groß gewachsenen Modellathleten aus dem brandenburgischen Premnitz hatte keiner auf der Rechnung. Dadurch reichte es für den zweiten Anwärter auf den Sieg, Sebastian Anselm vom SC Hellas Burg, 2011 "nur" zu Rang drei. "Ich habe in der zweiten Runde Tempo rausgenommen, um den dritten Platz abzusichern. Mir liegen mehr die flachen Strecken", sagte der Burger "Aufsteiger" des letzten Jahres.

Ihm konnte diesmal Karsten Pinno nicht ganz folgen. Der Burger Ihleläufer musste nach seiner mehrwöchigen Verletzungspause dem hohen Tempo des Führungstrios Tribut zollen, war aber mit seiner Leistung zufrieden. "Ich bin froh, dass ich beschwerdefrei laufen konnte. Mal sehen, was jetzt in der Saison noch geht", sagte Pinno, der "ganz nebenbei" mit dem Rennrad nach Schlagenthin gefahren war.

Offensichtlich nicht ausgelastet waren auch die Genthiner Läufer René Weinmann und Frank Winter, die nach dem Wettkampf den gut 30 Kilometer langen Heimweg im Laufstil absolvierten. "Die Berge sind brutal, weil sie einen immer wieder aus dem Rhythmus bringen", sagte Winter im Ziel, "aber der Trainingseffekt ist enorm." Ein gutes Rezept gegen schwere Beine hatte Uwe Klomhuß: "Jederzeit locker bleiben und die Arme zum Schwungholen einsetzen." Der ehemalige Fußballer und jetzige Triathlet belegte in gut 32 Minuten Platz 17 über sechs Kilometer. In derselben Egebnisliste tauchte Annett Fehre aus Genthin weit hinten mit einer Zeit von 1:13 h auf. Tatsächlich ist sie spontan während des Rennens auf zwölf Kilometer umgestiegen, "weil ich mich unterwegs gut gefühlt hatte."

Ein gutes Gefühl muss auch Nachwuchsläufer Paul Weinmann gehabt haben, der etwas überraschend die sechs Kilometer gewann und damit das starke Familienergebnis (Mutti Jenny schnellste Frau, Papa René 22., Schwester Marie Vierte) komplettierte.

"Die Resonanz war sehr gut, wir können zufrieden sein", zogen Egbert Siegert und Siegfried Hünecke auch dank der Helfer vom Genthiner RC sowie vom Heimatverein und der Freiwilligen Feuerwehr Schlagenthin ein positives Fazit.

 

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